Die Macht der Gewohnheiten – und wie du sie für dich nutzen kannst

Gewohnheiten bestimmen unser tägliches Leben und das ist gut so, denn wir sparen durch sie jede Menge Energie, die wir für Arbeit, Kinderbetreuung, Projekte usw. benötigen. Mit dem richtigen Mindset kannst du deine Gewohnheiten so programmieren, dass sie dich quasi automatisch an deine Ziele führen. Das ist besonders interessant für dich, wenn du abnehmen möchtest.

Flatlay: Müsli mit Früchten in einer Tasse auf hellem weißen Untergrund.

Fast alles, was wir so den ganzen Tag tun, machen wir aus Gewohnheit. Das heißt, wir funktionieren den Großteil der Zeit auf Autopilot. Wir müssen gar nicht darüber nachdenken, was wir tun. Wir tun einfach. Erschreckt dich das? Dann stell dir mal vor, wie es wäre, wenn du bewusst daran denken müsstest, dass du atmen musst, wenn du jeden Tag aufs Neue herausfinden musst, wie man Kaffee macht, oder wenn du ganz bewusst steuern müsstest, wie du isst. Das wäre ziemlich überfordernd, oder?

Du siehst schon, es geht hier um die zahllosen Mikro-Tätigkeiten und Prozesse, die jeden Tag ablaufen. Auf einem höheren Level sieht die Sache natürlich etwas anders aus: Du gehst vielleicht aus Gewohnheit, quasi automatisch, zur Arbeit, bereitest deinen Schreibtisch vor, ohne darüber nachzudenken, aber deine tatsächliche Arbeit machst du vermutlich nicht komplett automatisch, sondern musst dich ganz darauf konzentrieren und bewusst darüber nachdenken.

Gewohnheiten haben zwei große Vorteile:

  1. Dadurch, dass sie automatisch ablaufen, sparen wir im Kopf die Energie, die wir für die herausfordernden Tätigkeiten unseres Alltags brauchen.
  2. Sie sind nicht in Stein gemeißelt. Wir können Gewohnheiten verändern, neue implementieren und uns sozusagen auf Erfolg programmieren.

Worauf ich in diesem Artikel hinauswill, ist der zweite Punkt. Betrachte Gewohnheiten als Potential! Du kannst sie einsetzen, um deine Ziele zu erreichen – ohne ständig darüber nachdenken zu müssen!

Holzwürfel mit den Buchstaben des Wortes "Habits" darauf.

Warum es manchmal Sinn hat, Gewohnheiten zu ändern

Nehmen wir als einfaches Beispiel das Ziel Abnehmen: Du willst abnehmen, weißt auch, was du dafür tun musst (gesunde Ernährung, Sport etc.), aber es klappt einfach nicht. Denk mal darüber nach, ob du eine Gewohnheit hast, die dir dabei immer in die Quere kommt. Vielleicht hast du dir ja angewöhnt, dein Abendessen vor dem Fernseher einzunehmen, weil du abends immer so erschöpft bist und dich nur noch berieseln lassen willst.

Du isst also vor dem Fernseher, holst dir noch Nachschlag, bist dann aber immer noch nicht satt und greifst zur Schokolade. Du gönnst dir ein paar Stücke Schokolade, verfolgst deine Serie.. und hoppla, schon ist die ganze Tafel weg! Das liegt daran, dass du dich beim Essen nicht aufs Essen, sondern aufs Fernsehen konzentriert hast. Dabei bekommst du gar nicht mit, wie viel du isst, und du kannst auch kaum satt werden. Ein richtiges Sättigungsgefühl stellt sich erst nach 20 Minuten bewussten Essens, also ohne Ablenkung, ein.

Dunkelgrüne Ziegelwand mit zwei Wegweisern davor. "Old Habits" zeigt nach links, "New Habits" zeigt nach rechts.

Mit der Gewohnheit, abends vor dem Fernseher zu essen, kannst du also ganz leicht dein Ziel, abzunehmen, konterkarieren, auch wenn du dich davor den ganzen Tag gesund ernährt hast. Denn wie du weißt brauchst du zum Abnehmen ein Kaloriendefizit, und bei unbewusstem Essen vor dem Fernseher passiert es schnell, dass du große Kalorienmengen aufnimmst, ohne es wirklich mitzukriegen.

Deine schlechte Gewohnheit, die dich von deinem Ziel abhält, wäre also in diesem Fall: übermäßiges Essen am Abend vor dem Fernseher.

Jetzt kannst du sagen: Okay, diese Gewohnheit bremst mich aus. Ich ändere sie und verwandle sie in eine gute Gewohnheit, die mich weiterbringt. Zum Beispiel: abends zur Entspannung selbst kochen und am Esstisch ohne Ablenkung die Mahlzeit genießen.

Das war jetzt nur ein mögliches Beispiel. Es gibt natürlich unzählige Möglichkeiten, wie du mit Gewohnheiten arbeiten kannst. Andere Beispiele wären etwa, dass du dir angewöhnen willst, vier Mal pro Woche Sport zu machen, oder jeden Tag eine halbe Stunde zu lesen, oder eben selbst zu kochen, anstatt essen zu bestellen.

Wie du eine Gewohnheit änderst, sodass sie dich deinen Zielen näher bringt

Eine Gewohnheit zu ändern ist meistens zunächst einmal schwierig. Es gibt ja in der Regel einen Grund, warum du sie entwickelt hast. In unserem Beispiel wäre dieser Grund, dass Essen und Fernsehen in Kombination dir am Abend helfen, nach einem anstrengenden Arbeitstag runterzukommen. Um die Gewohnheit zu ändern, musst du sie also gezielt durchbrechen und durch ein anderes Verhalten ersetzen. Die schlechte Nachricht: Das kostet oft einiges an Überwindung und ist erstmal unangenehm. Die gute Nachricht: Eine neue Gewohnheit verfestigt sich relativ rasch. Du musst dich also nicht monatelang damit abmühen. Es kann sein, dass es dir schon nach ein paar Tagen deutlich leichter fällt, das neue Verhalten durchzuführen. Als Faustregel gilt: Nach vier Wochen musst du kaum noch darüber nachdenken und nach drei Monaten ist die neue Gewohnheit fix.

Du bekommst jetzt noch zwei Tipp für das richtige Mindset zum Ändern von Gewohnheiten:

Schwarze Tafel mit zwei Kästen. Darin steht in gelben Buchstaben "Good Habits" und "Good Life". Dazwischen ist ein Pfeil zu sehen.

Konzentriere dich auf das Ergebnis!

Wenn es dir schwer fällt, eine Gewohnheit zu ändern, stelle dir in der betreffenden Situation immer vor, wie es sein wird, wie gut du dich fühlen wirst, wenn du es geschafft hast, die neue Gewohnheit zu fixieren. Beispiele: Wenn du es schaffst, dir das übermäßige Essen am Abend vor dem Fernseher abzugewöhnen, kannst du problemlos dein Kaloriendefizit einhalten und es fällt dir viel leichter, abzunehmen. Wenn du jeden Tag 30 Minuten liest (anstatt etwa durch Instagram zu scrollen), blickst du am Ende des Jahres zufrieden auf all die gelesenen Bücher zurück, für die du vorher keine Zeit hattest. Alleine die Vorstellung, wie es sich anfühlen wird, am Ziel zu sein, kann unglaublich motivierend sein!

Protokolliere deine Fortschritte!

Ein extrem simples, aber überaus wirksames Tool, wenn du dir eine neue Gewohnheit aneignen möchtest, ist die Seinfeld-Methode: Du brauchst dafür nur einen Kalender, am besten in der Monatsübersicht. An jedem Tag, an dem du deine neue Gewohnheit durchgeführt hast, machst du ein Kreuz. Das war’s. Dass eine Reihe von Kreuzen, die man fortsetzt, sehr motivierend ist, wurde sogar wissenschaftlich nachgewiesen! Man will diese Reihe einfach nicht unterbrechen!

Das funktioniert wirklich! Ich hab’s getestet und finde es sehr faszinierend.

Übrigens gibt es dafür auch Apps! Ich verwende zum Beispiel Habit Bull für Android. Damit kannst du mehrere Gewohnheiten tracken und auch genaue Parameter eingeben, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit du dein Kreuz machen kannst. Für iOS gibt es eine noch tollere App, nämlich Streaks.

Was sind deine Gewohnheiten?

Hast du Gewohnheiten, die dich richtig voranbringen? Oder hast du vielleicht auch solche, die du gerne loswerden würdest? Ich freue mich über einen Kommentar mit deinen Erfahrungen!

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