Keto-Update Woche 2: Was machen Ketone im Körper?

Keto ist dir sicher ein Begriff, aber weißt du eigentlich, was Ketone sind und was die ketogene Ernährung im Körper genau bewirkt? Das erfährst du im heutigen Keto-Update nach der zweiten Woche in meinem Keto-Monat.

Ich ernähre mich nun seit zwei Wochen ketogen und bin ehrlich verblüfft von den Ergebnissen. Bevor ich darauf eingehe, musst du wissen: Ich bin seit Anfang Mai in einer Fettabbauphase (keine Diät – ich verabscheue Diäten 😉), weil ich seit letztem Herbst mit emotionalem Essen zu kämpfen hatte und mich dadurch leider einige Kilo von meinem Wohlfühlgewicht wegbewegt habe. Klar habe ich auch ordentlich Muskeln aufgebaut, aber für meinen Geschmack eben auch zu viel Fett. Ich bin da ganz ehrlich. Mit dem richtigen Mindset und einem guten Fahrplan habe ich es geschafft, wieder auf den richtigen Weg zurückzukommen. Ich habe meinen Körperfettanteil seit 1. Mai schon um vier Prozent reduziert und mein Gewicht um drei Kilo.

Das heißt, ich habe auch vor dem Keto-Monat schon kontinuierlich abgenommen. Dank Keto geht es jetzt aber nochmal deutlich schneller. Das merke ich vor allem an der Optik. Einmal pro Woche messe ich meine Fortschritte genau nach und mache dabei auch ein Foto. Der Unterschied zwischen dem letzten Foto ohne Keto und dem Foto nach der ersten Keto-Woche war gewaltig! Für meinen Fall lässt sich feststellen: Keto STRAFFT! Der Hüftspeck schmilzt geradezu dahin und auch an anderen Stellen merkte ich deutliche Veränderungen. Vor allem ist meine Shape einfach zur Gänze viel straffer. Ich fühle mich kaum noch schwammig und viel leichter.

Um das Ganze richtig einzuordnen, muss ich aber auch ergänzen: Es ist nicht so, dass ich einfach nur sehr wenige Kohlenhydrate esse! Sondern ich habe mich wirklich intensiv damit beschäftigt, was ich anstatt der Kohlenhydrate essen sollte, um gute Erfolge zu erzielen. Außerdem, und das ist ein entscheidender Punkt – bin ich wie immer sehr sportlich. Ich mache vier mal pro Woche schweres Krafttraining, laufe zwei Mal pro Woche neun Kilometer und bewege mich auch abseits der Trainingseinheiten. Insbesondere Krafttraining ist ein wahrer Fettverbrennungsbooster.

Banner mit Nüssen auf hellem Hintergrund und der Aufschrift: Keto-Monat Juni – Keto-Update Woche 2

Keto ist für mich also echt eine unglaublich gute Erfahrung. Ich komme mit der Keto-Küche super zurecht und genieße einfach den Prozess.

Du erfährst jetzt, was bei ketogener Ernährung eigentlich im Körper passiert. Was ist es genau, das so gut beim Abnehmen hilft?

Was macht Keto mit dem Körper?

Was passiert mit dem Stoffwechsel?

Unser Stoffwechsel funktioniert normalerweise so: Aus den Kohlenhydraten, die wir essen, gewinnt unser Körper Energie. Das heißt, er wandelt die Kohlenhydrate in Glukose um und versorgt mit dieser Energie unser Gehirn und alle unsere Organe. Weil bei ketogener Ernährung nur sehr wenige Kohlenhydrate gegessen werden, fällt plötzlich der Hauptenergielieferant weg. Also muss sich der Körper nach einer Alternative umsehen. Und an dieser Stelle zeigt sich mal wieder, was für ein Wunder unser Körper ist. Er greift nun nämlich auf einen Modus zurück, der etwa für die Menschen in der Steinzeit ganz normal war. Denn die hatten einfach nur selten oder gar nicht Kohlenhydrate zur Verfügung. Was macht also unser Körper? – Er greift auf die Reserven aus „besseren“ Zeiten zurück.

Vereinfacht gesagt kannst du dir das so vorstellen, dass der Körper zu seiner Stoffwechsel-Mannschaft sagt: „Achtung Leute, wir stellen die Produktion um! Unser Rohstoff, die Kohlenhydrate, werden nicht mehr nachgeliefert!“ Dann setzt sich alles in Bewegung, neue Enzyme, das heißt Werkzeuge, werden herbeigeholt und eine große Umstellung beginnt: die Umstellung von Zuckerstoffwechsel auf Fettstoffwechsel.

Was sind Ketone und was machen sie?

Jetzt müssen eben die Fette in der Leber dran glauben! Sie werden in Ketonkörper, sogenannte Ketone, umgewandelt. Diese Ketone sind kleine wasserlösliche Verbindungen (Acetoacetat, Beta-Hydroxybutyrat und Aceton). Sie sind Energieträger, die genau wie Zucker mit dem Blut in alle Körperregionen gelangen. Und sie fungieren als eine Art Power-Treibstoff. Sie ersetzen die Kohlenhydrate nicht nur bei der Energieversorgung, sondern sie machen diesen Job sogar noch besser! Sie schaffen es sogar, die Blut-Hirn-Schranke zu überwinden (Fette können das nicht) und versorgen so das Gehirn mit Energie. Auch für Herz, Skelettmuskulatur und Nieren kann die Versorgung durch Ketone vorteilhaft sein.

Die Energieverbrennung durch Ketone ist ein sehr sauberer Prozess. Stell dir – überspitzt formuliert – ein Elektroauto im Vergleich mit einem Dieselfahrzeug vor. Ketone sind das E-Auto! Dadurch entstehen weniger Stoffwechselabfallprodukte wie freie Radikale.

Ketone haben auch noch einen weiteren großen Bonus: Sie schützen uns vor oxidativem Stress. Und dieser Stoffwechselzustand, wenn Ketone den Körper mit Energie versorgen, weil keine Glukose dafür vorhanden ist, nennt man Ketose.

Ketone sind kleine wasserlösliche Verbindungen. Der Körper stellt sie aus Fetten in der Leber her, wenn er keine Kohlenhydrate zur Verfügung hat. Sie fungieren als Energieträger und haben viele gesundheitliche Vorteile.

In der ketose arbeitet unser stoffwechsel mit ketonkörpern.

Nimmst du in der Ketose automatisch ab?

Weil der Körper seine Energie nun aus Fetten gewinnt, isst man bei ketogener Ernährung deutlich mehr Fett als bei kohlenhydratlastiger Mischkost, aber auch mehr als bei Low Carb. Sonst geht die Rechnung nicht auf und wir brechen früher oder später zusammen, denn woher soll der Körper seine Energie nehmen, wenn er weder Kohlenhydrate noch ausreichend Fette bekommt?

Das heißt aber auch, dass du alleine durch die Ketose nicht automatisch Fett abbaust! Du brauchst dafür trotzdem immer noch ein Kaloriendefizit! Du musst also weniger Kalorien zu dir nehmen, als du verbrennst. Das ist die Fettabbauregel Nummer eins, völlig unabhängig vom Ernährungskonzept. Das ist auch ganz logisch, denn du darfst bedenken: Du willst ja, dass der Körper seine eigenen Fettreserven zur Energiegewinnung verwendet! Wenn du plötzlich massenhaft Fett essen würdest, wäre das Ganze ein Nullsummenspiel oder du würdest sogar zunehmen – je nachdem, wie deine Kalorienbilanz am Ende aussieht! Denn dann rührt der Stoffwechsel die körpereigenen, heiligen Reserven nicht an, sondern verarbeitet munter nur das über die Nahrung zugeführte Fett.

Warum Keto nicht einfach nur eine Crashdiät ist

Ich will damit nicht sagen, dass ich die ketogene Ernährung nur als Abnehmprogramm verstehe! Absolut nicht! Bei mir war das eher ein Zufall, dass ich genau jetzt, während ich selbst dieses Ziel habe, auf Keto gekommen bin. Ich hätte diese Ernährungsform auch getestet, wenn ich mein Gewicht einfach nur halten wollen würde. Ich habe nämlich festgestellt, dass ich mich mit weniger Kohlenhydraten insgesamt deutlich besser fühle. Und genau das ist der springende Punkt: Deine Ernährung darf dir gut tun! Das ist einfach sehr individuell. Ich würde niemals sagen: Ernähre dich jetzt ketogen! Es ist eine von vielen Möglichkeiten, die du ausprobieren kannst – wenn du das möchtest und wenn es dir gut tut.

Unterstützung beim Abnehmen ist nur einer der vielen Vorteile einer ketogenen Ernährung. Und noch einmal: Das funktioniert nur mit einem Kaloriendefizit! Es gibt absolut entsetzliche Artikel über Keto, in denen es entweder als Wunderdiät gehypt oder geradezu als tödlich verteufelt wird. Beides ist Bullshit! Ja, du kannst mit Keto super abnehmen, wenn du eine negative Energiebilanz herstellst. Genauso gut kannst du damit aber auch dein Gewicht halten und dich ketogen ernähren, weil du dich damit einfach besser fühlst. Und wie gesagt, wenn du übers Ziel hinausschießt, nimmst du mit Keto genauso zu wie mit jeder anderen Ernährung.

Keto kann aber noch viel mehr! Einige gesundheitliche Vorteile habe ich oben bereits genannt. Darüber hinaus wird diese Ernährungsform auch in der Medizin eingesetzt, und zwar bei Krankheiten, die mit Fehlfunktionen der Mitochondrien einhergehen. Mitochondrien sind unsere Zellkraftwerke. Ketone unterstützen die Bildung neuer Mitochondrien und reparieren Zellschäden. Solche Krankheiten, bei denen eine ketogene Ernährung helfen kann, sind etwa Parkinson, Multiple Sklerose, Migräne und Alzheimer.

Auch Diabetiker, Krebspatienten, Menschen mit Lipo-/Lymphödem und Hashimoto-Patienten können von Keto profitieren.

Ketogene Ernährung ist also ein echt faszinierendes Thema, das wir nicht nur unter dem Gesichtspunkt des Abnehmens betrachten sollten.

Was gab es in Keto-Woche 2 zu essen?

So, kommen wir nochmal zurück zur Praxis. Ich bin ja total begeistert von der Keto-Küche und entdecke oder kreiere gerade so, so viele neue Gerichte! Wenn es dich interessiert, dann folge mir gerne auf Instagram (@oats_and_crumbs)! Dort teile ich in meinen Stories jeden Tag, was ich esse und habe auch ein Story-Highlight für den Keto-Monat angelegt.

Für dich habe ich aber auch wieder eine Keto-Foodcollage vorbereitet – als kleine Inspiration. Einige der Rezepte werde ich im Juli auch hier auf dem Blog teilen. Wenn dich eines besonders interessiert, schreib mir das doch in die Kommentare! Ich gehe gerne auf deine Wünsche ein.

Ich gehe die Spalten einfach von oben nach unten durch. Das sind Fotos aus meinen Instagram-Stories, also bitte lege hier kein Augenmerk auf die Qualität. 😉

  • Joghurt-Bowl mit Nüssen und Beeren: Das ist mein Basic Keto-Frühstück. Ich verwende dafür griechischen Sahnejoghurt mit 10% Fett und rühre zusätzlich 1 EL geschmolzenes Kokosöl hinein.
  • Zoodles mit Avocado-Dressing und Dukkah: Ich liebe spiralisiertes Gemüse! 😍 Das Rezept ist aus dem Buch Keto richtig gesund von Ulrike Gonder und Brigitte Karner
  • Keto-Nussbrot mit Himbeer-Chia-Marmelade und Erdnussmus: Dieses Brot, das echt ein Experiment war, feiere ich gerade richtig! Das Rezept kommt auf jeden Fall.
  • Eggs Benedict mit Spargel, Bacon und Dill-Hollandaise: Das war ein Frühstück deluxe! Das Rezept ist aus dem Keto-Buch.
  • Chaffles = Cheese Waffles mit Erdbeer-Rhabarberkompott: Auch so ein Experiment, ist aber richtig gut geworden!
  • Rote-Rüben-Suppe mit Feta: Die Farbe ist einfach der Hammer und die Suppe schmeckt auch köstlich. Rezept aus dem Buch!
  • Antipaste-Platte mit Schinken und Parmesan: Perfekt für den Sommer und auch aus dem Buch.
  • Noatmeal mit Papaya und Kokos: Auf diese Eigenkreation bin ich ziemlich stolz. 😁 Ich wollte unbedingt mal wieder einen Porridge, also habe ich mir eine Keto-Variante überlegt. Noatmeal = NO Oatmeal.

Das war’s mit dem Keto-Update für diese Woche! Vielleicht bist du jetzt ja inspiriert, auch mal die Magie der Ketone auszutesten. 😊

Wenn du Fragen hast, schreib mir gerne jederzeit an sarah@oatsandcrumbs.com oder hinterlasse unter dem Artikel einen Kommentar.

Alles Liebe,
deine Sarah

Fotos: Unsplash, eigene Bilder

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