About me

Essen war mein erstes Hobby. Es gibt diese großartigen Fotos, wo ich als kleiner Knopf in meinem Hochstuhl am Tisch sitze, irgendetwas mampfe und bis über Nase und Wangen damit beschmiert bin. Von den Händen ganz zu schweigen – Essen war da noch Handarbeit für mich. Wer braucht schon Besteck? 😉 Alle diese Bilder haben eines gemeinsam: Ich sehe rund um glücklich und zufrieden aus.

Das hat sich in den etwa 20 Jahren seither nicht geändert: Essen macht mich glücklich und zufrieden. Nur verwende ich mittlerweile Besteck, wenn es notwendig ist. 😉 Viele Menschen schütteln den Kopf, wenn man Essen so wichtig nimmt, aber ich weiß, es gibt auch viele Gleichgesinnte, die die Ansicht teilen, dass es nun einmal mehr ist als rein zweckgebundene Nahrungszufuhr. Sonst würde es nicht so viele Foodblogger geben.

Ich sage: Gutes Essen ist ein Lifestyle. Es sorgt dafür, dass es dem Körper und der Psyche gut geht. Und für mich gehört zum Essen nicht nur das Endergebnis, sondern auch der Prozess: Kochen und Backen sind unglaublich vielseitige, kreative Tätigkeiten, die mich ungemein für sich einnehmen und begeistern. Und wofür man brennt, das teilt man gerne auch mit anderen Menschen. Denn Inspiration ist eines der schönsten immateriellen Dinge, die es gibt.

Wie ich aufs Backen gekommen bin

Ich bin in Oberösterreich aufgwachsen, in einem kleinen Ort namens Kefermarkt im Mühlviertel. Es gab bei uns immer etwas Gutes zu essen. Meine Mutter sah das Kochen zwar nicht als ihre Berufung (das tut sie auch heute noch nicht), hat es aber immer gut gemacht. Ich denke mit Freuden an ihre Marillenknödel, ihre Topfennockerl, ihre Ribiselschnitten, ihren Marmorkuchen und ihr Erdäpfelgulasch.

Das Koch-Gen habe ich aber von meinem Vater. Er wollte damals nach der Schule Koch werden, aber meine Großeltern, die ich heute noch dafür verfluche (kein Scherz), waren der Meinung, das sei kein ordentlicher Job, und so musste mein Vater Tischler werden. Er entwickelte eine große Liebe zu Holz, aber trotzdem, ich bin mir sicher: Aus ihm wäre ein großartiger Koch geworden. Zu Hause hat er auch tatsächlich oft gekocht, und vor allem gebacken. Das konnte er richtig gut. Seine Bananenschnitten sind legendär, einen Joghurtkuchen oder Zitronenkuchen hat er rückblickend gefühlt fast jede Woche gebacken, und ich habe nie einen saftigeren Nusskuchen gegessen als den von Papa.

Ich kann mich nicht genau erinnern, wann ich selbst angefangen habe, in der Küche aktiv zu sein, aber ich weiß noch sehr genau, was mein erstes Werk war: ein Marmorkuchen. Die Geschichte dazu habe ich schon in einem Blogbeitrag erzählt. Dieser Kuchen hat mich wirklich geprägt. Überhaupt hat mein Herz von Anfang an immer ein bisschen mehr fürs Backen als fürs Kochen geschlagen, was viel damit zu tun hat, dass ich Süßes über alles liebe. Ich könnte problemlos ohne Käse leben, aber ohne Schokolade, Früchte, Kekse, Kuchen… UNDENKBAR! 😀

Ich war wohl ungefähr zwölf oder 13 Jahre alt bei meinem ersten Marmorkuchen. Dann ging das einige Jahre so sporadisch dahin. Dort einmal einen Kuchen gebacken, da einmal etwas gekocht, ohne größere Ambitionen. Mit 18 Jahren hatte ich Magersucht. Kaum zu glauben, dass das jemandem wie mir passieren konnte, aber es war so. Ausgerechnet in meinem Maturajahr. Das war eine harte Zeit, und danach musste ich mein Vorhaben, sofort studieren zu gehen, erstmal auf Eis legen. Ich war einfach zu kaputt. Deshalb war ich ein Jahr lang mehr oder weniger zu Hause, habe mich selbst wieder aufgepäppelt und nebenbei als Nachhilfelehrerin gearbeitet. Da hatte ich plötzlich viel Zeit, und in diesem Jahr bin ich reingekippt in die ganze Sache mit dem Kochen und Backen. Ich habe unendlich viel Neues ausprobiert, erkundet, was mir schmeckt und was ich gerne mache und dadurch wieder eine zutiefst positive Beziehung zum Essen entwickelt – was von Vorteil ist, wenn man gerade um die 15 Kilo zunehmen soll. 😉

Wie ich nochmal die Kurve gekratzt habe

Im Herbst 2014 zog ich nach Graz und begann mein Germanistikstudium. Nebenbei machte ich auch eine medienwissenschaftliche Ausbildung. Schreiben hatte sich schon in der Schule als meine große Stärke herausgestellt, und ich dachte, daraus könnte mal etwas werden. Wurde es letztendlich auch, aber zuerst verlor ich noch mein Herz an die historische Sprachwissenschaft und dachte, ich möchte mein ganzes Leben lang Lautwandelerscheinungen und grammatische Phänomene untersuchen. Ich hatte den Bachelor in der Tasche, den Master unmittelbar vor Augen und die Weichen fürs Doktorat gestellt, als ich Ende 2018 plötzlich die Erkenntnis hatte, dass mich als Sprachwissenschaftlerin niemand ordentlich bezahlen würde und dass eine akademische Karriere absolut nicht das ist, was ich mir vom Leben wünsche. Ich hatte eine Quarterlife Crisis und beschloss, dass ich etwas ändern musste.

Ich dachte viel nach und setzte schließlich die Schritte, die mein Leben tatsächlich auf den Kopf gestellt haben: Ich brach mein Studium einfach ab und wurde Redakteurin beim Rolling Pin, einem großen Fachmagazin für Gastronomie und Hotellerie. Ja, das hat mit Essen zu tun. 🙂 Das war Ende März 2019. Nun arbeite ich Vollzeit, bin total happy mit meinem Job und mache nebenbei den Blog. Ein Jahr davor, im März 2018, hatte ich nach einem großen Relaunch begonnen, die Sache mit dem Blog ernsthaft zu betreiben. Ich hatte prinzipiell schon ein paar Jahre zuvor einen Blog, aber ohne eigene Domain und ohne wirklich zu wissen, was ich da tue.

Was ich neben Kochen sonst noch mag

Meine zweite große Passion ist der Sport. Körperliche Fitness hat für mich einen großen Wert, nicht nur weil sportliche Menschen in der Regel eine gute Figur haben, sondern auch in Hinsicht auf die Gesundheit. Ich trainiere sehr strukturiert, durchdacht und intensiv: vier Mal pro Woche Krafttraining, zwei Mal pro Woche Cardio (Laufen) und ein Restday (Foam Rolling und Spazierengehen). Auf diese Routine muss man natürlich auch beim Essen achtgeben: viel Eiweiß, ausreichend Mikronährstoffe etc. Deshalb findet sich in vielen meiner Frühstücksrezepte das Wort Protein. 🙂

Der Körper dankt es jeden Tag, wenn man sich um ihn kümmert, mit gutem Essen und mit Bewegung. Ich sehe das ganzheitlich: Um gesund zu sein, muss man sich bewegen und sich richtig ernähren. Ohne sich richtig zu ernähren, kann man gar nicht ernsthaft Sport machen, zumindest nicht auf ambitionierte Art und Weise. Wenn man aber ausschließlich sogenannte gesunde Lebensmittel isst und sich gar nichts gönnt, wird man auch nicht glücklich, was ziemlich kontraproduktiv ist, denn das Ziel sollte immer sein: Ich gebe meinem Körper das, was er braucht, um den Alltag und das Training gut zu bewältigen. Ich esse aber genauso Dinge, die ich einfach liebe, egal was drin ist. In meinem Fall sind das vor allem Schokolade, Kekse und Kuchen. 🙂 Das tut der Psyche gut, ich habe Energie für den Sport, und durch den Sport fühle ich mich auch wieder gut. Herauskommen soll also immer, dass man sich in der eigenen Haut wohl fühlt. Und wie man das bewerkstelligt, also was man dafür tut, das ist der Lifestyle.

Klarerweise hat jeder Mensch seinen eigenen Lifestyle, aber man kann sich immer von anderen inspirieren lassen. Genau deswegen habe ich einen Blog: um zu inspirieren und zu zeigen, wie man es machen könnte. Was man machen könnte. Was man essen könnte. 🙂

Weil ich einfach überzeugt bin: Essen ist die wichtigste Nebensache der Welt. 😉