Weiche, flaumige Zimtschnecken mit Frischkäseglasur
Süßes Hefegebäck

Zimtschnecken

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Rezepte für Zimtschnecken gibt es unendlich viele, und ich habe viele ausprobiert, aber keines hat mich überzeugt. Deshalb bereichere ich die Welt der Zimtschnecken-Rezepte um ein weiteres und verspreche: Diese Zimtschnecken sind enorm weich und saftig, sehr zimtig und genau richtig süß. Mit der Frischkäse-Glasur oben drauf sind sie nichts weniger als zum Niederknien köstlich.

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Weiche, flaumige Zimtschnecken mit Frischkäseglasur
Weiche, flaumige Zimtschnecke mit Frischkäseglasur

Ich habe ein großes Herz für Hefeteig. Besonders für süßen Hefeteig und all die herrlichen Dinge, die man daraus machen kann. Wenn ich an ein perfektes Wochenende denke, dann denke ich auch an ein langes, ausgiebiges Frühstück mit Zeitung, Kaffee mit Milchschaum und selbstgemachtem Gebäck. Wenn mich die Muße küsst – was sie leider viel zu selten tut –, stelle ich mich am Abend in die Küche und widme mich dem auf seine Art unglaublich befriedigenden Prozess der Hefeteigzubereitung. Der Teig – beziehungsweise in diesem Fall schon die geformten Zimtschnecken – ruht dann über Nacht im Kühlschrank, und am Morgen vor dem Frühstück muss ich das Werk nur noch finalisieren. Dann gibt es ofenfrische Zimtschnecken (oder anderes Gebäck), und die Welt ist für zwei Stunden perfekt.

Weiche, flaumige Zimtschnecken mit Frischkäseglasur
Weiche, flaumige Zimtschnecken mit Frischkäseglasur

Worauf kommt es bei Zimtschnecken an?

Es gibt nichts Schlimmeres als federleichte, trockene Zimtschnecken, die allenfalls nach Zucker, aber kaum nach Zimt schmecken und höchstens klebrig, aber sich nicht flaumig sind. Leider bin ich solchen Exemplaren schon oft begegnet. Rette sich, wer kann!

Lasst uns gemeinsam in eine neue Dimension der perfekten Zimtschnecken eintreten! 🙂 Dafür stecken wir erst einmal den Pfad ab. Perfekte Zimtschnecken müssen sein:

  • Butter im Teig: Für richtig weiche Zimtschnecken reicht ein symbolischer Esslöffel Butter im Teig nicht. Da braucht es schon ein bisschen mehr. 🙂
  • Eier: Man kann Zimtschnecken mit oder ohne Eier machen. Beides funktioniert, aber ich bevorzuge die Variante mit Eiern, denn sie machen den Teig locker und sorgen – gemeinsam mit der Hefe – dafür, dass die Zimtschnecken schön hoch werden.
  • Viel Zimt: Klar, oder? Ich empfehle Cassia Zimt. Der ist deutlich intensiver als Ceylon Zimt, und das Aroma hält sich beim Backen besser.
  • Gekühlte Zutaten auf Zimmertemperatur bringen: Betrifft Butter und Eier. Die Milch wird ja ohnehin erwärmt. Das Temperieren der Zutaten ist wichtig, damit sie sich im Teig gut verbinden.
  • Lange Kneten: Die spätere Textur des Teiges beeinflussen könnt ihr am besten ganz am Anfang der Zubereitung, wenn ihr die Zutaten vermischt habt und zu einem homogenen Teig verknetet. Nicht nach zwei Minuten zu kneten aufhören, sondern durchhalten! Fünf Minuten mit der Küchenmaschine oder zehn Minuten mit den Händen solltet ihr dem Teig schon geben. Dann geht er in der Ruhezeit wunderbar auf, wird flaumig und fein.
Weiche, flaumige Zimtschnecke mit Frischkäseglasur
Weiche, flaumige Zimtschnecken mit Frischkäseglasur

Wie funktioniert das mit der Übernachtgare?

Übernachtgare? Ein furchtbares Wort, aber eine geniale Sache. Damit habt ihr am Sonntagmorgen frischeres Gebäck als ihr es beim Bäcker bekommen würdet – ohne dass ihr um drei Uhr nachts aufstehen und Teig machen müsst.

So funktioniert es:

  1. Den Teig zubereiten und gehen lassen.

    Wenn ihr wenig Zeit habt, könnt ihr das im Backofen beschleunigen. Mehr dazu im Rezept!

  2. Während der Teig ruht, die Füllung vorbereiten.

    Achtung: Denkt daran, die Butter rechtzeitig auf Zimmertemperatur zu bringen! Sie muss weich sein.

  3. Die Zimtschnecken vorbereiten.

    Den Teig ausrollen und mit der Füllung bestreichen, dann aufrollen und in Scheiben schneiden.

  4. Die Zimtschnecken in der Backform platzieren.

    Dicht an dicht!

  5. Die Backform mit Frischhalefolie oder Alufolie so abdecken.

    Und zwar so, dass sie gut verschlossen ist. Sonst trocknet der Teig aus.

  6. Die Form über Nacht in den Kühlschrank stellen.

    Durch die Kälte geht der Teig langsamer auf, kann also trotz der langen Zeit nicht übergären.

  7. Wecker stellen und am Morgen kurz aufstehen, um die Form mit den Zimtschnecken aus dem Kühlschrank zu nehmen.

    Die Zimtschnecken ein bis zwei Stunden an einem warmen Ort gehen lassen, bis sie schön fertig aufgegangen sind.

  8. Rechtzeitig den Backofen vorheizen.

  9. Die Zimtschnecken backen.

  10. Die Frischkäseglasur zubereiten.

Weiche, flaumige Zimtschnecke mit Frischkäseglasur

Woher kommen Zimtschnecken wirklich?

Welches Land assoziiert ihr mit Zimtschnecken? Ich rate mal: entweder die USA oder Schweden. Ich denke ehrlich gesagt zuerst an die USA, was vielleicht daran liegt, dass Frischkäseglasur für mich so etwas typisch amerikanisches ist. Tatsächlich kommen Zimtschnecken aber aus Schweden und tragen dort die lustige und durchaus auch im deutschsprachigen Raum bekannte Bezeichnung Kanelbullar. Der Wortstamm von Zimt ist darin nicht schwer auszumachen.

Ich habe mal ein bisschen recherchiert (Journalistenkrankheit 😉 ) und rausgefunden, dass – tja, dass man über die Geschichte der Zimtschnecken nicht sehr viel weiß. Entstanden sind sie angeblich 1920. Bis in die Nachkriegsjahre führten sie allerdings ein wenig beachtetes Dasein, weil sich davor kaum jemand die Zutaten (Mehl, Butter, Zucker, Zimt) leisten konnte.

Weiche, flaumige Zimtschnecken mit Frischkäseglasur

Kaum waren die Zutaten aber wieder erschwinglich, startete die Zimtschnecke ihren Siegeszug durch den skandinavischen Raum und darüber hinaus. Alles andere als im Schneckentempo! 😀 So kam sie wohl auch zu uns und nach Amerika, wo sich die Rezeptur verselbständigte und zu den heute als amerikanisch empfundenen Cinnamon Rolls weiterentwickelte.

Es gibt auch noch die dänische Variante von Zimtschnecken. Die heißen Kanelsnegl, tauchen in unterschiedlichen Größen und Formen auf und haben Schokoladenglasur oder weiße Glasur

Wenn man sich Cinnamon Roll und Kanelbullar im Vergleich ansieht, gibt es auch wirklich ein paar Unterschiede, alleine schon bei der Form. Cinnamon Rolls werden dicht an dicht in eine Backform gelegt und werden dadurch eher eckig, haben aber immer noch oben das Schneckenmuster. Bei den Kanelbullar wird hingegen jede einzeln auf ein Blech gelegt und hat Platz, aufzugehen, sodass sie rund bleiben. Außerdem sind Kanelbullar deutlich leichter als Cinnamon Rolls und haben nicht unbedingt eine Glasur.

Fazit: Meine Zimtschnecken sind eindeutig Cinnamon Rolls. 🙂

Weiche, flaumige Zimtschnecken mit Frischkäseglasur

Zwei kleine Fun Facts noch:

  • Seit 1999 ist der 4. Oktober in Schweden der Tag der Zimtschnecke.
  • Zimt enthält Cumarin (sekundärer Pflanzenstoff), das in größeren Mengen gesundheitsschädlich sein kann, weshalb die EU für Zimt Cumarin-Grenzwerte festgelegt hat. Die dänischen Schnecken sind 2013/2014 mit dieser Richtlinie in Konflikt gerieten. Also taten es die Dänen kurzerhand den Schweden gleich, deren Zimtschnecken natürlich sehr viel Zimt enthalten, und erklärten die Zimtschnecke zum traditionellen Backwerk. Das heißt, die Lebensmittelbehörde hat es als solches anerkannt, und für traditionelles Backwerk sind höhere Cumarin-Grenzwerte erlaubt. Finde ich witzig. 😀 Wahrscheinlich sind meine Zimtschnecken in der EU eigentlich auch verboten. 😉

Egal, jetzt backen wir sie trotzdem! 🙂 Genug Theorie, los geht’s!

Rezept für die Zimtschnecken

Mit diesem Rezept erhaltet ihr 12 wunderschöne und abgöttisch gute Zimtschnecken. Mein Tipp: Genießt nicht nur das Endprodukt, sondern auch den Zubereitungsprozess. Ich finde, die Arbeit mit Hefeteig hat etwas zutiefst Beruhigendes – und Wundersames.

Zimtschnecken

Herrlich weiche, flaumige Schnecken mit extra viel Zimt und Übernachtgare
Vorbereitungszeit1 Std.
Zubereitungszeit20 Min.
Gehzeit4 Stdn.
Gericht: Frühstück
Land & Region: Schweden, USA
Keyword: Hefeteig
Portionen: 12 Stück
Kalorien: 473kcal
Autor: Sarah

Equipment

  • Backform mit 33 x 23 cm

Zutaten

Teig

  • 100-150 ml lauwarme Milch siehe Anmerkungen!
  • ½ Würfel frische Hefe Germ, Zimmertemperatur
  • 125 g Feinkristallzucker
  • 500 g griffiges Weizenmehl
  • 2 Eier Zimmertemperatur
  • 150 g weiche Butter
  • ½ TL Salz

Füllung

  • 100 g weiche Butter
  • 100 g Kristallzucker
  • 2 EL Cassia Zimt

Frischkäseglasur

  • 50 g Doppelrahmfrischkäse Zimmertemperatur
  • 100 g Staubzucker
  • 25 ml Milch
  • ½ TL Vanilleextrakt

Anleitungen

  • 100 ml lauwarme Milch in eine Rührschüssel geben. Den Germ (die Hefe) zerbröckeln, zur Milch geben und mit dem Schneebesen einrühren, bis er sich aufgelöst hat. Den Zucker und 1 EL vom Mehl mit der Küchenmaschine oder mit dem Handmixer einrühren. Die Schüssel mit einem Tuch abdecken und die Hefe 10 Minuten gehen lassen, bis die Mischung in der Schüssel schaumig und aufgewölbt ist.
  • Zuerst die Butter, dann nacheinander die beiden Eier bei mittlerer Geschwindigkeit einrühren. Zum Schluss noch das Mehl dazugeben und einarbeiten. Bei diesem Schritt nach Bedarf noch mehr Milch dazugeben. Jetzt wird geknetet, und zwar, bis der Teig sehr glatt, elastisch und weich ist und sich vom Schüsselrand löst.
  • Eine saubere große Schüssel leicht einfetten, den Teig zu einer Kugel formen und in die Schüssel geben. Mit einem Tuch abdecken und an einem warmen Ort gehen lassen, bis sich das Volumen verdoppelt hat. Das dauert ein bis zwei Stunden.
    Tipp: Den Backofen vor der Teigzubereitung auf 100°C Ober-/Unterhitze vorheizen und ausschalten, sobald er diese Temperatur erreicht hat. Die Schüssel mit dem Teig zum Gehen dann in den Ofen stellen. Dort fühlt sich der Teig sehr wohl, und die Chancen stehen gut, dass er nach einer Stunde schon sehr kräftig aufgegangen ist und ihr weitermachen könnt.
  • Eine Backform (23 x 33 cm) leicht einfetten.
  • Den Teig nach der Ruhezeit auf die leicht bemehlte Arbeitsfläche geben und NICHT mehr durchkneten, sondern einfach nur vorsichtig zusammendrücken und zu einem Rechteck mit ca. 45 x 30 cm ausrollen.
  • Für die Füllung Zimt und Zucker vermischen. Die weiche Butter auf dem Teig verteilen und verstreichen. Mit der Zimt-Zucker-Mischung bestreuen. Den Teig von der kürzeren Seite her zu einer kompakten Rolle aufrollen. Nicht zu fest drücken, aber die Schichten sollten schon eng aneinander liegen.
  • Die Rolle in 12 Scheiben schneiden und diese in die vorbereitete Form legen. Die Form mit Frischhaltefolie oder Alufolie abdecken, sodass sie gut verschlossen ist, und über Nacht in den Kühlschrank stellen.
    Wenn ihr die Zimtschnecken nicht erst am nächsten Morgen backen wollt, lasst sie gleich an einem warmen Ort noch einmal ein bis zwei Stunden aufgehen und backt sie dann wie unten beschrieben.
  • Die Schnecken am Morgen ein bis zwei Stunden vor dem Backen aus dem Kühlschrank nehmen und bei Zimmertemperatur noch einmal ein bis zwei Stunden aufgehen lassen, bis sie deutlich größer und luftig sind.
  • Den Backofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Die Schnecken ca. 20 Minuten backen, bis sie leicht gebräunt sind. Die Form nach der Hälfte der Backzeit mit Alufolie abdecken, damit die Schnecken nicht zu stark bräunen und nicht knusprig werden. Sie sollen weich bleiben.
  • Die Zimtschnecken aus dem Backofen nehmen und leicht abkühlen lassen.
  • Inzwischen die Frischkäseglasur zubereiten: Den Frischkäse sehr cremig rühren. Staubzucker, Milch und Vanille einühren und die Glasur kräftig aufschlagen. Die Glasur auf den warmen Zimtschnecken verteilen. Am besten noch warm servieren.

Notizen

  • Zutaten temperieren: Hefe (Germ), Butter (auch für die Füllung!), Eier und Frischkäse am besten schon zwei bis drei Stunden vor der Verwendung aus dem Kühlschrank holen, damit sie Zimmertemperatur annehmen können. Vor allem bei der Butter ist es sehr wichtig, dass sie richtig weich ist, sowohl für den Teig, damit sich die Zutaten gut verbinden können, als auch für die Füllung, damit sie sich leicht verstreichen lässt.
  • Cassia Zimt: Handelsüblicher Zimt ist meistens von der Sorte Ceylon. Es lohnt sich aber, mal nach Cassia Zimt Ausschau zu halten. Der ist nämlich viel intensiver und büßt beim Backen kein Aroma ein.
  • Lauwarme Milch: Germteig steht und fällt mit der Temperatur der Milch. Ist sie zu kalt, werden die Hefepilze nicht aktiviert. Ist sie zu warm, sterben sie ab. In beiden Fällen geht der Teig nicht auf. Die ideale Temperatur liegt bei 35°C. Ihr könnt die Milch in der Mikrowelle oder im Topf erwärmen. Ich mache Letzteres und habe mit den Jahren ein gutes Gefühl für die richtige Wärme entwickelt. In der Mikrowelle habt ihr natürlich mehr Kontrolle über die Temperatur. Ihr könnt aber auch einfach ein Backthermometer in den Topf mit der Milch halten.
  • Menge der Milch: Wie viel Milch benötigt wird, kann man nie fix angeben, weil das von der Mehlqualität, von der Konsistenz der Butter und der Größe der Eier abhängt. Deshalb steht in der Zutatenliste 100-150 ml. Grundsätzlich gilt: Nie gleich die ganze Milch verwenden, sondern bei Bedarf im Verlauf der Zubereitung mehr Milch ergänzen. Das geht immer, während nachträglich Flüssigkeit aus dem Teig entfernen sich eher schwierig gestaltet. 😉

Noch mehr Inspiration für Frühstücksgebäck

Hier kommen noch ein paar weitere Rezepttipps für frisches Gebäck am Frühstückstisch:

  • Milchbrötchen: Oh ja, diese wolkig-weichen, süßen Brötchen gehen immer. Am besten mit Nutella. 😉
  • Dinkel-Körnerweckerl: meine liebsten selbstgemachten Brötchen
  • Dinkelvollkorn-Zimtschnecken: Schnecken ja, aber lieber ein bisschen gesünder? Dann ist dieses Rezept perfekt für euch. Diese Zimtschnecken gehen eher in Richtung der schwedischen Variante.

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