Kuchen

Mohnkuchen mit Zitronenglasur & BIG BIG NEWS

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Wie oft habe ich in den letzten Wochen kryptisch angedeutet, dass sich in meinem Leben viel verändert hat? Definitiv SEHR oft. Und genauso oft habe ich versprochen, bald einmal ausführlich zu erzählen, worum es geht. Jetzt ist es endlich so weit! Ich gebe mein Dasein als rätselhafte Sphinx auf und liefere einen großen Nachholbericht. Ich muss mir nur noch überlegen, ob ich mir zuerst eine Trinkschokolade mache oder erst nachher. Ich sitze nämlich auf der Couch, und draußen wird es langsam dunkel. In dieser Stimmung trinke ich gerne Kakao. Aber bevor ich jetzt nach nicht einmal zehn Zeilen komplett abschweife: Lasst uns das ganze doch als Kuchentratsch aufziehen! Ich habe euch nämlich einen phänomenalen Mohnkuchen mit Zitronenglasur mitgebracht. Also greift zu und macht es euch gemütlich!

Es war einmal eine 24-jährige Studentin, die dachte, ihr Herz an die historische Sprachwissenschaft verloren zu haben, die darin eine der besten war und an der Schwelle zum Doktoratsstudium stand, als sie plötzlich keine Lust mehr hatte und beschloss, einen anderen Weg zu gehen.

So beginnt meine Geschichte. Anfang dieses Jahres rasselte bei mir die Motivation für mein Studium in den Keller, nachdem ich immer diejenige gewesen war, die mit voller Leidenschaft Lautwandelgesetze analysiert, Alexander von Humboldt und Hermann Paul gehuldigt und Grammatik geliebt hatte. Ich hatte das Gefühl, dass das alles keinen Sinn hat, und dass mich als Germanistin, als Sprachwissenschaftlerin niemand brauchen wird, auch nicht, wenn ich noch so exzellent bin. Natürlich war mir nicht erst nach fünf Jahren klar, dass einem nach dem Germanistikstudium nicht alle Türen offen stehen, aber bis dahin war ich einfach hoch motiviert gewesen und hatte daran geglaubt, dass ich schon etwas finden würde, beziehungsweise hatte ich ja geplant, bis ins Doktorat zu gehen.

Was tun, wenn es den Weg, auf dem man bisher unterwegs war, plötzlich nicht mehr gibt?

Ich war resigniert und zerbrach mir lange, wirklich lange den Kopf darüber, was ich nun tun sollte. Am Ende beschloss ich, das Studium einfach abzubrechen, auch den Master nicht mehr abzuschließen, sondern der Uni radikal und sofort den Rücken zu kehren. Ja, das sorgte für Aufsehen. Wie kannst du NUR mit dem Bachelor von der Uni abgehen? Den Master musst du schon fertig machen! Mit dem Bachelor alleine kriegt man keinen Job! All das habe ich zu hören bekommen, und da ist mir eine Eigenschaft zugute gekommen, die ich an mir schätze: Ich denke nach, wäge ab, beschließe und stehe dann dahinter. Felsenfest. Egal, was andere Leute dazu sagen. Und denke mir dabei: Euch werde ich es schon zeigen!

Und ich hatte Recht. Ich habe mich für genau EINEN Job beworben, weil ich der Meinung war, dass der perfekt für mich wäre. Ich wurde sofort zum Bewerbungsgespräch eingeladen, hatte einen Probetag und zwei Wochen später – tadaaa! – meinen ersten Arbeitstag. Das war am 2. April. Ich hatte es zuvor gerade noch geschafft, mich von der Uni abzumelden. Meinen Job habe ich NICHT bekommen, weil ich einen Uniabschluss habe (habe ich ja – den BA), sondern weil ich mich jahrelang außerhalb des Curriculums engagiert und Medienwissenschaft gemacht habe, weil ich “dank” all der schlechten Dinge, die mir schon widerfahren sind, eine starke Persönlichkeit entwickelt habe, weil ich diesen Blog habe und weil ich gut schreiben kann.

Ich bin jetzt Redakteurin beim ROLLING PIN, dem Fachmagazin für gehobene Küche und Gastronomie, in einem kleinen, absolut genialen Team aus nur fünf Redakteuren, in dem ich mich pudelwohl fühle. Bedeutet: Ich schreibe über Spitzen- und Sterneköche, ihre Restaurants und Konzepte, über Themen, die die Gastro bewegen. Vermutlich kennen die meisten von euch den ROLLING PIN nicht, weil wir wirklich nur für die Branche schreiben, aber da sind wir eine große Nummer. Wir veranstalten zum Beispiel zwei Mal jährlich das größte Foodsymposium Europas, die CHEFDAYS, die Montag und Dienstag in Graz über die Bühne gingen und für mich eine unbeschreibliche Erfahrung waren. Ich lernte so viele fantastische, inspirierende Köche kennen, saß abends mit ihnen im Restaurant und stand hinter der Bühne, wenn sie nervös auf ihren Auftritt warteten und die pompöse Intromusik den Boden erzittern ließ. Es war außerordentlich!

Work hard and be happy

Ich arbeite nun seit zwei Monaten (Vollzeit übrigens) und bin immer noch sehr dankbar, dass ich diesen Job gefunden habe. “Passt zu dir wie die Faust aufs Auge”, konstatierte meine Schwester, und das stimmt. Ich meine, ich schreibe über Essen! Und wir haben sogar eine eigene, exzellente Köchin, die uns in der Mittagspause verwöhnt. Das KANN doch nur gut sein. 😉 Ich habe mir immer gewünscht, Journalistin zu sein, hatte mich von diesem Traum aber schon verabschiedet, weil es einfach kaum Fixanstellungen in der Medienbranche gibt, und schon gar nicht welche mit 40 Stunden. Als Freelancer zu arbeiten, kam für mich nicht in Frage. Das ist ja pure Ausbeutung in einer ohnehin schon harten Branche! Umso glücklicher schätze ich mich, dass ich tatsächlich eine feste, unbefristete Stelle gefunden habe, und noch dazu eine, über die ich ganz ehrlich sagen kann: Das ist mein Traumjob. Ein harter Job ist es schon, aber beides schließt sich ja nicht aus, und ich mag es sehr, wenn immer viel zu tun ist.

Das war die Nummer 1 meiner BIG BIG NEWS: Ich habe das Studium geschmissen und meinen Traumjob gefunden.
Die Nummer 2: Wir sind umgezogen.

In den Instagram-Storys habe ich euch ja immer wieder ein bisschen gezeigt, wie wir am Herumwerken waren, mit den gefühlt hundert Kisten und endlos vielen Dingen, die erledigt werden mussten – das alles genau in einer Zeit, wo ich gefühlt NUR in der Redaktion war. Die Wohnung haben wir nämlich fast zeitgleich mit meinem Job gefunden. Das heißt, ich habe wochenlang tagsüber in der Redaktion gearbeitet und abends sowie in die Nacht hinein entweder in der alten oder in der neuen Wohnung. Ohne den wichtigsten Menschen in meinem Leben wäre dieser Umzug niemals möglich gewesen. Er war es, der Vorlesungen und Seminare gespritzt hat, um dort einen Schrank aufzubauen, da Autoladungen voll mit Umzugskartons zu transportieren und sich schließlich mit der betrügerischen Transportfirma herumzustreiten. Und das erfasst noch lange nicht die Dimension dessen, was er geleistet hat. Deswegen: Schatz, wenn du es geschafft hast, bis hierher zu lesen – DANKE! Du bist ein Engel, und ich liebe dich über alles!

Traumwohnung gefunden!

Wir sind nicht einfach nur umgezogen, sondern wir sind an den für uns in unserer derzeitigen Lebenssituation perfekten Ort gezogen: Raus aus der Stadt, ins Grüne, in eine große Wohnung in einem älteren Haus mit nur vier Wohnungen, das ich auf den ersten Blick ins Herz geschlossen habe; mit einem großen Garten, einem Balkon, einem geräumigen Keller, einer Garage und zwei weiteren Parkplätzen davor. Ich habe fast geweint vor Freude, als es fix war, dass wir hierher ziehen, weil diese Wohnung einfach exakt das ist, was ich mir gewünscht hatte, und weil ich nicht gedacht hätte, dass es das gibt. Auch dafür bin ich dankbar, denn ich bin jetzt endlich wieder glücklich und freue mich darauf, nach Hause zu kommen. Das war in unserer bisherigen Wohnung trotz Neubau, Erstbezug und Top-Lage, schon lange nicht mehr der Fall. Ich habe es einfach gehasst, in der Stadt zu leben. Ich bin ein Landkind, ich brauche Wald und Wiesen, das Grün, das Vogelgezwitscher und das Zirpen der Grillen am Abend. Das alles haben wir hier, und mir geht jeden Morgen das Herz auf, wenn ich aufwache und vor den Fenstern Bäume sehe, keine Häuser.

Jetzt mache ich mir meine Trinkschokolade und dann gibt es BIG BIG NEWS Nummer drei. Nehmt euch doch inzwischen noch ein Stück Kuchen zur Stärkung! 🙂 Ich weiß, heute strapaziere ich eure Aufmerksamkeit gewaltig.

Nummer 3 wirkt für euch wahrscheinlich nicht so epochal, aber für mich war und ist es eine große Sache: Ich habe mein erstes eigenes Auto.

Als es fix war, dass wir aus Graz raus ziehen würden, und erst recht, als es fix war, dass ich genau am entgegengesetzten Ende der Stadt arbeiten und mit den öffentlichen Verkehrsmitteln eine Ewigkeit zur Redaktion brauchen würde, war klar, dass ich einen fahrbaren Untersatz brauche. Ich, die seit Jahren so gut wie gar nicht gefahren war und immer gesagt hatte, dass sie nie ein Auto haben wird! 😀 Und bevor mir jetzt alle schreiben, was für eine Umweltsünderin ich doch sei: Sorry, aber das finde ich lächerlich. Es gibt einfach Grenzen. Wenn es mir das tägliche Leben enorm erleichtert und es einfach nur umständlich sowie teuer wäre, öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen, habe ich mein eigenes Auto. Punkt. Ich achte dafür in anderen Bereichen schon lange darauf, das Klima zu schonen. Beispiele: Ich bin schon jahrelang nicht mehr geflogen, esse wenig Fleisch, verzichte auf Plastiksackerl und kaufe heimische Lebensmittel. Mehr Ausführungen zu diesem Thema gehören hier nicht hin.

Auto: Why not?

Kurz vor meinem ersten Arbeitstag habe ich also ein Auto bekommen, und in den ersten zwei Wochen habe ich – ich gebe es gerne zu – im Stadtverkehr beinahe Blut geschwitzt! Das Fahren hat mich mehr Nerven gekostet als der erste Redaktionsschluss (nur zur Veranschaulichung: da war ich bis nach 22:00 im Büro)! Mittlerweile habe ich mein kleines feines Auto sehr lieb gewonnen, traue mich, auch andere Strecken als meinen täglichen Weg zur Arbeit zu fahren und schaffe es, auch anderswo einzuparken als vor unserem Haus oder auf dem immer gleichen Parkplatz in der Tiefgarage beim Fitnessstudio. 😀

Das waren also meine drei BIG BIG NEWS.
Nummer 1: Job
Nummer 2: neue Wohnung
Nummer 3: Auto

Unfassbar, wie viel sich in nur zwei Monaten verändern kann! Ich führe jetzt tatsächlich ein ganz anderes Leben als noch im März, mit Ausnahme von zwei Konstanten, die gleich geblieben sind: mein Blog und meine Trainingsroutine. Immerhin. 🙂 Ich bin dankbar, dass das Leben es endlich wieder einmal gut mit mir meint nach all den Rückschlägen in den vergangenen Jahren. Ich musste viel einstecken, habe dadurch allerdings gelernt, stark zu sein und kann jetzt endlich wieder sagen: Ich bin glücklich. Es ist gut so, wie es ist.

Und wenn sie nicht gestorben sind… dann essen sie noch heute. 😀

Ich gehe davon aus, dass kaum jemand diesen Text zur Gänze lesen wird, aber es ist mir wichtig, die Infos zur Verfügung zu stellen, weil für mich die persönliche Komponente am Blog sehr wichtig ist. Ich weiß nicht, was es bringen soll, euch meine Rezepte zu geben und aus meinem Leben ein Geheimnis zu machen. Ich erzähle gerne, ich will inspirieren, und es ist ein Angebot an alle Interessierte, zu lesen, was ich zu sagen habe. Alle, denen das egal ist, können sich einfach die Rezepte schnappen und direkt in die Küche gehen. Auch in Ordnung. Hauptsache, ihr bleibt mir treu, denn für euch lege ich neuerdings fast Nachtschichten ein, um Sarah’s Delight neben dem Vollzeitjob weiterzuführen. Es ist mir ein Herzensanliegen.

Und jetzt gibt es als Belohnung fürs Durchhalten das Rezept für den traumhaften Mohnkuchen mit Zitronenglasur. Habt ihr euch verdient. 😉 Das ist übrigens der erste Kuchen, den ich in der neuen Wohnung gebacken und fotografiert habe. Mein Einstandskuchen sozusagen.

Alles Liebe
Eure Sarah

Mohnkuchen mit Zitronenglasur

Gugelhupf im Glück: extra saftig und mit schwungvoll frischer Note
Vorbereitungszeit20 Min.
Zubereitungszeit50 Min.
Gericht: Dessert
Land & Region: Österreichische Küche
Keyword: Mohn, Gugelhupf
Portionen: 12 Stücke
Kalorien: 433kcal
Autor: Sarah

Zutaten

Für den Teig

  • 200 g zimmerwarme Butter
  • 4 Eier
  • 200 g Rohrohrzucker
  • 1 Pck. Vanillezucker
  • 2 EL Rum
  • 1 mittlerer Apfel (ca. 150 g)
  • 300 g griffiges Weizenmehl
  • 200 g gemahlener Mohn
  • 1 Pck. Backpulver
  • ½ TL Zimt
  • 50 ml Milch

Für die Glasur

  • 100 g Staubzucker
  • 2 EL Zitronensaft
  • abgeriebene Zitronenschale zum Dekorieren

Anleitungen

  • Den Backofen auf 150° Umluft vorheizen. Eine Gugelhupfform einfetten und mit Mehl ausstreuen.
  • Den Apfel schälen, reiben und mit Mehl, Mohn, Backpulver und Zimt vermischen.
  • Die Butter cremig rühren. Zucker und Vanillezucker einrühren. Die Eier dazugeben und die Masse schaumig rühren. Rum und Milch hinzufügen. Dann die Mehlmischung kurz unterrühren, sodass alles vermischt ist.
  • Die Masse in die Gugelhupfform füllen und ca. 50 Minuten backen. Den Kuchen 10 Minuten in der Form abkühlen lassen, dann auf ein Kuchengitter stürzen und vollständig auskühlen lassen.
  • Staubzucker und Zitronensaft glatt rühren. Die Glasur auf den Kuchen geben und mit Zitronenschale bestreuen. 

Notizen

Nährwerte pro Stück: 433 kcal | 46,4 g KH | 8,4 EW | 22,6 F

2 Comments

  1. Herzlichen Glückwunsch! Ich habe alles gelesen und finde das super. Die besten Wünsche dass es so im Fluss weiter geht und du glücklich bist. Mohnkuchen ist traumhaft. Dankeschön für das Rezept. Ich liebe es wenn Email ‘s von dir kommen.

    • Vielen Dank, liebe Andrea!
      Ich finde es schön, dass du gerne Post von mir bekommst. 🙂

      Alles Liebe
      Sarah

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