Süßes Hefegebäck

Osterpinzen

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Der späte Osterhase lässt grüßen!

Habt ihr euch auch schon immer gefragt, wo die runden, flaumigen Osterpinzen mit den lustigen Backen eigentlich herkommen? Das Wort “Pinze” ist ja nicht gerade selbsterklärend, und da ich ein Faible für Etymologie habe, habe ich recherchiert.

Das Ergebnis: So ganz österreichisch ist die Pinze gar nicht. Sie kommt nämlich aus dem Veneto und dem Friaul und heißt auf Italienisch pinza = ,Zange, Schere’. Wenn man das weiß, weiß man auch schon, wie sie ihre typische Form bekommt: durch dreifaches Einschneiden mit der Schere.

Das italienische Wort kommt wiederum vom lateinischen Verb pinsere = ,stampfen, kneten, quetschen’. Auch die Pizza und das Fladenbrot Pita haben anscheinend diese Wurzel. Ich finde so etwas unglaublich spannend. 🙂

In der Mitte des 19. Jahrhunderts gelangte das Rezept für die Pinze über die österreichische Grenze nach Graz, in die Grafschaft Görz, weshalb das Gebäck heute manchmal noch Görzer Pinze genannt wird und die Steiermark sein Zentrum ist. Da ich in Graz lebe, muss ich also ein Rezept dafür auf dem Blog haben. Höchste Zeit!

Die Osterpinze wird traditionell gemeinsam mit dem Osterfleisch verzehrt. Ich mag sie aber lieber – genau wie Brioche – mit Marmelade, Honig und Schoko-Haselnuss-Aufstrich. Wenn etwas übrig bleibt, lässt sich wunderbar French Toast oder Scheiterhaufen daraus machen.

Ich habe heuer zu Ostern auch einen Briochezopf und die Mohnkränze, die ihr auf diesem Bild seht, gebacken. Praktischerweise geht das nämlich alles mit dem gleichen Teig. Die Rezepte sind verlinkt. 🙂

Ja, ich weiß, Ostern ist schon vorbei, aber dieses Rezept wollte ich unbedingt noch los werden. Ihr könnt es ja schon mal testen, damit es im nächsten Jahr sicher klappt. 😉

Macht’s gut!
Sarah

Osterpinzen

Traditionelles Ostergebäck aus Germteig. Ergibt eine große Pinze oder 6 kleine.
Vorbereitungszeit30 Min.
Zubereitungszeit50 Min.
Ruhezeit2 Stdn. 30 Min.
Arbeitszeit1 Std. 20 Min.
Gericht: Germgebäck
Land & Region: Österreich, Steiermark
Portionen: 1 große Pinze

Zutaten

  • 500 g griffiges Weizenmehl (Type 480)
  • 100 g weiche Butter
  • 1 Ei
  • 200 ml lauwarme Milch
  • ½ Würfel frischer Germ (21 g)
  • 75 g Feinkristallzucker
  • 1 Pck. Bourbon-Vanillezucker
  • abgeriebene Schale von ½ Zitrone
  • 1 Prise Salz

Zum Bestreichen

  • 1 Eidotter
  • 1 EL Milch
  • 1 Prise Salz

Anleitungen

  • Die lauwarme Milch in eine Schüssel geben. Den Germ hineinbröckeln und mit dem Schneebesen rühren, bis er sich aufgelöst hat. Abdecken und ca. 10 Minuten ruhen lassen, bis sich Bläschen bilden.
  • Inzwischen das Mehl in eine große Schüssel sieben. Zucker, Vanillezucker und Zitronenschale untermischen. In der Mitte eine Mulde formen.
  • Das Ei zur Germ-Milch geben und gut verquirlen.
  • Die Flüssigkeit zum Mehl in die Schüssel gießen, die weiche Butter dazugeben und alles zu einem weichen, geschmeidigen Teig verkneten.
  • Den Teig von Hand auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche gründlich durchkneten. In eine leicht geölte Schüssel legen und mit Öl bestreichen, damit er nicht austrocknet. Die Schüssel mit einem Küchentuch abdecken und den Teig bei Zimmertemperatur etwa 1 Stunde gehen lassen, bis er sich verdoppelt hat.
  • Den Teig nochmal kräftig durchkneten, zurück in die Schüssel geben und nochmals ca. 1 Stunde gehen lassen.
  • Wenn sich der Teig wieder verdoppelt hat, ein letztes Mal gut durchkneten und entweder zu einer großen oder zu 6 kleinen Kugeln formen. Die Teigkugel abschleifen, das heißt, auf die Arbeitsfläche legen, mit den Händen drehen und dabei den Teig an die Unterseite ziehen. Dadurch entsteht Spannung auf der Oberfläche des Teiglings, sodass er beim Backen gut aufgeht.
  • Die Kugel(n) auf ein Blech mit Backpapier legen, mit einem Tuch abdecken und 30 Minuten gehen lassen.
  • Inzwischen den Backofen auf 170° Ober-/Unterhitze vorheizen.
  • Eidotter, Milch und eine kleine Prise Salz verquirlen und die aufgegangene(n) Teigkugel(n) damit bestreichen. Mit einer Schere drei Mal tief einschneiden. Dadurch erhalten die Pinzen ihre typische Form.
  • Die Pinzen ca. 25 Minuten backen, bis sie schön goldbraun sind. Aus dem Ofen nehmen und auf einem Kuchengitter auskühlen lassen. Sie schmecken auch lauwarm wunderbar.

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