Süßes Hefegebäck

Briochezopf

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Liebe Genussmenschen!

Wenn ich mit einem Zettel in der Hand vor sechs Teigrollen stehe und sage, “Schatz, kannst du mir mal helfen?”, ist höchstwahrscheinlich mal wieder Ostern. Zu diesem Anlass backe ich nämlich seit Jahren einen Briochezopf, und neuerdings flechte ich ihn mit sechs Strängen. Obwohl ich die Anleitung mittlerweile in meine eigenen Worte gefasst habe und es im Grunde nur um zwei wichtige Schritte geht, grüble ich zu Beginn jedes Mal. 🙂

Wenn ich den Dreh wieder heraus habe, ist der Zopf aber im Nu geflochten und wandert in den Ofen. Dann riecht es bald herrlich nach Germteig. Ich liebe süßes Brot über alles, drum backe ich es auch nicht nur zu Ostern. So ein feiner Zopf geht natürlich immer. Zu Ostern lassen sich aus dem Teig auch feine Pinzen und Mohnkränze machen.

Optisch besticht der Briochezopf mit seiner kunstvollen, geflochtenen Form. Dieses Mal ist er zwar nicht so schön geworden, aber ich arbeite dran. 😉 Lange habe ich mit vier Strängen geflochten. Beim letzten Mal habe ich erstmals den Wiener Sechsstrangzopf in Angriff genommen. Als ich beim dritten Versuch wieder in den Strängen die Orientierung verlor und am Rande der Verzweiflung war, eilte mein wesentlich geduldigerer Freund mir zu Hilfe, und mit vereinten Kräften schafften wir einen prächtigen Sechsstrangzopf. Mir fällt es schwer, Bildanleitungen nachzuvollziehen. Ich brauche, wie oben bereits erwähnt, immer Worte dazu.

Eigentlich ist es ganz einfach, weil sich immer die beiden gleichen Schritte wiederholen. Der Briochezopf war dieses Mal so gut wie noch nie. Ich habe auf ein altes Rezept aus dem Grundkochbuch meiner Mutter zurückgegriffen und es ein wenig abgewandelt. Die Mengen sind dort in dag angegeben – das sagt alles. Hier zeigt sich aber wieder einmal, dass sich traditionelle Rezepte bewähren.

Also: Keine Angst vor vielen Teigsträngen! Es sieht komplizierter aus, als es ist. 🙂

Gutes Gelingen wünscht euch
Sarah

Briochezopf

Zu Ostern ein Muss, aber auch sonst ein Genuss. Für einen großen Zopf die doppelte Menge verwenden.

Gericht Süßes Brot
Küche Österreich
Zubereitungszeit 30 Minuten
Koch-/Backzeit 50 Minuten
Ruhezeit 2 Stunden
Gesamtdauer 1 Stunde 20 Minuten
Portionen 1 mittlerer Zopf

Zutaten

  • 500 g griffiges Weizenmehl (Type 480)
  • 100 g weiche Butter
  • 1 Ei
  • 200 ml lauwarme Milch
  • ½ Würfel frischer Germ (21 g)
  • 75 g Feinkristallzucker
  • 1 Pck. Bourbon-Vanillezucker
  • abgeriebene Schale von ½ Zitrone
  • 1 Prise Salz

Optional

  • 60 g Rosinen
  • Rum
  • Hagelzucker zum Bestreuen

Zum Bestreichen

  • 1 Eidotter
  • 1 EL Milch
  • 1 Prise Salz

Zubereitung

Germteig

  1. Wer Rosinen verwenden möchte, gibt sie am besten am Vortag in eine Schüssel, bedeckt sie mit Rum und lässt sie über Nacht einweichen. Für Vergessliche: Zwei Stunden einweichen reicht allenfalls auch.

  2. Die lauwarme Milch in eine Schüssel geben. Den Germ hineinbröckeln und mit dem Schneebesen rühren, bis er sich aufgelöst hat. Abdecken und ca. 10 Minuten ruhen lassen, bis sich Bläschen bilden.
  3. Inzwischen das Mehl in eine große Schüssel sieben. Zucker, Vanillezucker und  Zitronenschale untermischen. In der Mitte eine Mulde formen.

  4. Das Ei zur Germ-Milch geben und gut verquirlen.

  5. Die Flüssigkeit zum Mehl in die Schüssel gießen, die weiche Butter dazugeben und alles zu einem weichen, geschmeidigen Teig verkneten. Wer möchte, kann jetzt die Rosinen dazugeben.

  6. Den Teig von Hand auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche gründlich durchkneten. In eine leicht geölte Schüssel legen und mit Öl bestreichen, damit er nicht austrocknet. Die Schüssel mit einem Küchentuch abdecken und den Teig bei Zimmertemperatur etwa 1 Stunde gehen lassen, bis er sich verdoppelt hat.
  7. Den Teig nochmal kräftig durchkneten, zurück in die Schüssel geben und nochmals ca. 1 Stunde gehen lassen.

Zopf mit sechs Strängen flechten

  1. Den aufgegangenen Teig durchkneten und in sechs gleich große Stücke teilen. Jedes zu einem ca. 45 cm langen Strang rollen. Die Stränge sollten in der Mitte dicker und an den Enden dünner sein (was ich auf den Bildern nicht berücksichtigt habe 😉 ).

  2. Die Enden der Stränge an einer Seite zusammendrücken. Drei Stränge fächerförmig nach links und drei nach rechts legen.

    Die nächsten beiden Schritte sind die essentiellen und es gilt: Mit LINKS meine ich die drei Stränge auf der linken Seite, mit RECHTS die drei auf der rechten Seite.

  3. Links Mitte nach rechts außen und gleichzeitig rechts außen über links Mitte drüber nach links innen.

  4. Rechts Mitte nach links außen und gleichzeitig links außen über rechts Mitte nach rechts innen.
  5. Die letzten beiden Schritte wiederholen, bis der Zopf zu Ende ist. Die Ende der Stränge gut verbinden und unter den Zopf stecken.

Den Zopf backen

  1. Den Zopf auf ein mit Backpapier belegtes Blech geben und 10-15 Minuten gehen lassen.

  2. Inzwischen den Backofen auf 170° Ober-/Unterhitze vorheizen.

  3. Eigelb, Milch und eine Prise Salz verquirlen und den Zopf damit bestreichen. Nach Belieben mit Hagelzucker bestreuen.

  4. Den Briochezopf ca. 50 Minuten backen. Mit Alufolie abdecken, falls er zu stark zu bräunen beginnt. Wie bei Kuchen lohnt sich am Ende eine Stäbchenprobe, um festzustellen, ob der Brioche in der Mitte durch ist.

Hier noch ein paar Bilder zur Flechttechnik:

Am Ende sollte euer Zopf ungefähr aussehen:

 

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