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Hafermilch selber machen

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Direkt zum Rezept

Mit diesem Rezept kannst du Hafermilch ohne zugesetzten Zucker ganz einfach zu Hause herstellen. Der Haferdrink ist eine pflanzliche Alternative zu Kuhmilch, lässt sich aufschäumen und schmeckt wie aus dem Supermarkt.

Karaffe und Glas mit Hafermilch.

Erinnerst du dich an die Zeit, als es im Supermarkt nur Sojamilch als pflanzliche Milchalternative gab?

Nun, das hat sich geändert. Nichts gegen Sojamilch (ich mag sie), aber spätestens seit Oatly ist meiner Wahrnehmung nach die Hafermilch auf dem Vormarsch.

Sogar traditionelle Molkereien bieten neben Kuhmilch ihren eigenen Haferdrink an und in fast jedem Café kannst du heute Cappuccino mit Hafermilch bestellen.

Vielleicht hast du dich schon einmal gefragt: Wie wird Hafermilch hergestellt? Wofür kann man Hafermilch verwenden?

Die Antworten auf diese Fragen und noch viel mehr warten in diesem Blogbeitrag auf dich. 

Du erfährst, worauf es bei gutem Haferdrink ankommt, wie du Hafermilch selber machen kannst und worauf du dabei achten solltest. 

Aber beginnen wir mit einer grundsätzlichen Frage.

Was ist Hafermilch?

Hafermilch ist eine pflanzliche Milchalternative, die aus gemahlenem Hafer und Wasser hergestellt wird. Oft enthält sie auch zugesetzten Zucker oder andere Süßungsmittel. Für Menschen mit Laktoseintoleranz und vegan lebende Menschen ist Haferdrink eine tolle Alternative zu Kuhmilch.

Häufig wird der Milchersatz mit Calcium, Vitamin B12 und Vitamin D angereichert.

Die Getreidemilch aus Hafer-Saat hat einen milden, leicht nussigen Geschmack und kann hinsichtlich Konsistenz sehr nahe an Kuhmilch herankommen.

Erfunden wurde die Hafermilch übrigens schon in den 1990er-Jahren, und zwar von Rickard Öste. Der schwedische Lebensmitteltechnologe experimentierte mit Haferkörnern, um ein Getränk herzustellen, das Kuhmilch möglichst nahe kommt. Es ist ihm gelungen. 

2 Glasflaschen mit selbstgemachter Hafermilch.

Was den meisten anderen Hafermilch-Rezepten fehlt

Auch ich hab mich irgendwann gefragt: „Wie macht man Hafermilch?“

Meine ersten Versuche, Hafermilch selber zu machen, waren frustrierend. 

Ich habe einfach Rezepte aus Kochbüchern und von anderen Blogs ausprobiert. Die meisten hatten nur Haferflocken und Wasser als Zutaten, manchmal noch Datteln für die Süße.

Leider war das Ergebnis immer gleich: grau-braun, schleimig und alles andere als lecker. Welten entfernt von meiner geliebten Hafermilch aus dem Supermarkt!

Also begann ich, zu recherchieren, wie große Hersteller ihre Hafermilch machen, sodass sie eine schöne Farbe, eine angenehme Konsistenz und die charakteristische Süße hat. 

Es war mir ein Rätsel, wie es sein kann, dass eine Hafermilch ohne zugesetzten Zucker trotzdem leicht süß  ist. Außerdem enthält Hafer reichlich Stärke, aber in gekauftem Haferdrink setzen sich unten nicht gefühlt 5 Zentimeter Stärke ab. 

Ich wollte das Geheimnis hinter wirklich guter Hafermilch entdecken: die Zutat oder Technik, die den Unterschied macht. 

Und ich habe es herausgefunden. Das Zauberwort lautet: Enzyme.

Keines der Rezepte, die ich bis dahin ausprobiert hatte, arbeitete mit Enzymen.

Das Geheimnis hinter wirklich guter Hafermilch

Was viele Blogger und Kochbuchautoren anscheinend nicht wissen (liegt ja auch nicht auf der Hand): Wenn man wirklich gute Hafermilch selber machen will, braucht man Enzyme. 

Versetze dich kurz mal zurück in deine Schulzeit und in den Biologieunterricht. Oder lernt man das in Chemie? Wie auch immer, jedenfalls hast du irgendwann in der Schule sicher gehört, was Enzyme überhaupt sind.

Was sind Enzyme?

Enzyme sind spezialisierte Proteine, die als Biokatalysatoren fungieren und chemische Reaktionen in lebenden Organismen beschleunigen oder ermöglichen.

Enzyme sind für nahezu alle Prozesse im menschlichen Körper von entscheidender Bedeutung, wie beispielsweise für die Verdauung von Nahrungsmitteln, die Synthese von Hormonen und die Entgiftung von Schadstoffen.

Enzyme sind hoch spezifisch und können nur eine bestimmte Reaktion katalysieren, da sie sich an das Substrat binden, auf das sie wirken sollen.

Und was bedeutet das jetzt für die Herstellung von Hafermilch?

Bei der Hafermilch-Herstellung sind die Enzyme zuständig für die Fermentation. Durch die Fermentation bekommt der Haferdrink die richtige Konsistenz und den erwünschten Geschmack. Arbeitet man ohne Enzyme, also ohne Fermentation, bekommt man im Prinzip nur eine Art stark verwässerten Haferbrei.

Fermentierte Hafermilch selber machen: Welche Enzyme braucht man und wo gibt es sie zu kaufen?

Für die Herstellung von fermentiertem Haferdrink braucht man 2 Enzymlösungen:

  1. Enzyme zum Abbau der Stärke (Amylasen)
  2. Enzyme für die natürliche Süße (Peptidasen)

Ich selbst verwende die Enzymlösungen von NECTARBAR.* Sie heißen praktischerweise N1 und N2. Es gibt sie einzeln und im Set.* Die Enzyme sind sehr ergiebig und im Kühlschrank bis zu 18 Monate haltbar.

2 Fläschchen mit Enzymlösungen von Nectarbar.

Haferdrink-Fermentation: Was machen die Enzyme genau?

Bevor die Enzyme zum Einsatz kommen, mixt man Hafer mit erhitztem Wasser. Dadurch löst sich die Struktur der Stärke auf und die Zellen des Hafers werden aufgeschlossen.

So gelangt Wasser in die Zwischenräume und lagert sich dort ein. Die Stärke verkleistert und bildet ein Gel. Dadurch bekommt die Hafer-Wasser-Mischung eine zähflüssige Konsistenz.

Nun kann die Haferdrink-Fermentation beginnen. Die Enzyme wirken dabei als Katalysatoren.

Im ersten Schritt der Fermentation wird die Enzymlösung N1 eingesetzt. Sie enthält Amylasen, die die Stärke des Hafers in verschiedene Einheiten aufspalten.

Das heißt, die Bindungen einzelner Stärkeketten untereinander werden aufgelöst. Die Stärke wird abgebaut und dadurch wird der dickflüssige Haferbrei dünnflüssiger.

Im zweiten Schritt der Fermentation fügt man die Enzymlösung N2 hinzu. Diese enthält Peptidasen und baut damit einen Teil der langen Stärke-Ketten in kürzere Zuckerketten um. Diese Zuckerketten sind Mehrfachzucker und durch sie entsteht die angenehme Süße.

Ist diese Hafermilch zuckerfrei?

Vielleicht fragst du dich jetzt: „Moment, ist das dann noch zuckerfreie Hafermilch?“

Ganz streng genommen nicht. Aber ganz streng genommen dürfte man dann auch mit Banane statt raffiniertem Zucker gesüßte Rezepte nicht zuckerfrei nennen. Ich denke, du ahnst schon, worauf ich hinaus will.

Es geht um den zugesetzten Zucker. Es ist durchaus Zucker in meiner Hafermilch, aber nicht, weil ich raffinierten Zucker hinzufüge, sondern weil Hafer von Natur aus Zucker enthält. Mithilfe der Enzymlösung N2 kann man sehr vereinfacht gesagt darauf zugreifen.

Die Süße von selbstgemachter Hafermilch ist also die natürliche Süße des Hafers.

Deshalb kann man meinen DIY-Haferdrink als ungesüßte Hafermilch oder eben Hafermilch ohne Zucker bezeichnen.

Hafermilch selber machen: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Du weißt jetzt, dass du unbedingt Enzyme brauchst, wenn du GUTE Hafermilch selber machen möchtest. Nun gehe ich genauer auf die anderen Zutaten und Materialien ein und erkläre dir Schritt für Schritt die Zubereitung.

Das Rezept mit allen Details findest du auch unten am Ende des Blobeitrags zum Ausdrucken!

Zutaten für selbstgemachte Hafermilch ohne Zucker.

Zutaten für Hafermilch

  • Haferflocken: Am besten sind zarte bzw. feine Bio-Haferflocken. Ich habe festgestellt, dass sich die Qualität der Haferflocken auf den Geschmack des Haferdrinks auswirkt – Überraschung! 😉 Deshalb lohnt es sich, bei den Haferflocken auf Bio-Qualität zu achten.
  • Wasser: Ich verwende ganz gewöhnliches Leitungswasser.
  • Salz: Ich schwöre immer und überall auf die gute Prise Salz, auch bei der Hafermilch.
  • Cashewkerne: Die Cashews machen den Haferdrink cremiger und er lässt sich dadurch auch besser aufschäumen. Alternativ kannst du 2 TL neutrales Pflanzenöl (z.B. Rapsöl) verwenden. Du kannst die Cashewkerne auch ersatzlos weglassen.
  • Enzyme: Ich verwende die Enzymlösungen von NECTARBAR und empfehle dir, das auch zu tun. Mit anderen Herstellern habe ich keine Erfahrung.
Küchenthermometer und Filterbeutel zum Hafermilch selber machen.

Ausrüstung

  • Hochleistungsmixer: Im Mixer werden die Haferflocken fein zerkleinert. Theoretisch könntest du den Haferdrink auch im Topf zubereiten. Auch das habe ich getestet und kann es absolut nicht empfehlen. Falls du einen Produkt-Tipp brauchst: Ich verwende diesen Hochleistungsmixer*. Wenn du keinen zur Verfügung hast und dir auch keinen zulegen möchtest, rate ich dir, Hafermilch nicht selber zu machen, sondern zu kaufen.
  • Küchenthermometer: Das Wasser muss auf 70 Grad erhitzt werden. Die sicherste Methode zur Überprüfung der Temperatur ist ein Küchenthermometer. Alternativ kannst du kochendes Wasser mit Wasser auf Raumtemperatur mixen, um ebenfalls ungefähr 70 Grad zu erhalten (Details dazu im Rezept). Ehrlich empfehlen kann ich das nicht. Meine Ergebnisse waren bisher immer deutlich besser, wenn ich die Temperatur genau nachgemessen habe. Das ist genau null Aufwand.
  • Filterbeutel: Nach der Fermentation wird der Haferdrink abgeseiht und durch einen Beutel gefiltert. Ich empfehle dafür die hochwertigen Filterbeutel aus Leinen*, die NECTARBAR speziell für Haferdrink anbietet. Es gibt sie sogar in verschiedenen Größen. Warum das Material so wichtig ist, erfährst du weiter unten bei den Tipps und Tricks.
  • Glasflasche: Zur Aufbewahrung deiner selbstgemachten Hafermilch verwendest du am besten eine Glasflasche mit Bügelverschluss. Solche Flaschen gibt es zum Beispiel im Baumarkt, in DIY-Geschäften und in der Einkoch-Saison im Spätsommer auch im Supermarkt.
  • Trichter: Ein Trichter erleichtert das Abfüllen des Haferdrinks in die Glasflasche. Wenn du das auch ohne Trichter hinkriegst, ohne dabei zu kleckern, fühle dich von mir bewundert. 😉

Herstellung von Hafermilch – So geht’s!

Mein Rezept ergibt 1 Liter Haferdrink. Wenn der Mixbehälter deines Hochleistungsmixers groß genug ist, kannst du auch gleich 2 Liter herstellen.

Hinweis: Mein Mixbehälter fasst zwar 2 Liter Flüssigkeit, aber durch die Haferflocken und die Fermentation wurde es sehr, sehr knapp, als ich 2 Liter Haferdrink machen wollte. Also überlege dir gegebenenfalls, ob du nicht lieber bei 1 Liter bleibst, um eine Hafermilch-Überschwemmung in deiner Küche zu verhindern.

Schritt 1: Haferflocken mit Wasser mixen

Gib 100 g zarte Haferflocken in den Mixbehälter deines Hochleistungsmixers.

Fülle 1 Liter Wasser in einen Topf und erhitze es auf 70 Grad Celsius. Prüfe die Temperatur mit einem Küchenthermometer!

Alternative: Wenn du kein Thermometer hast, mische 700 ml kochendes Wasser mit 300 ml zimmerwarmem Wasser.

Wichtig: Mach dir bitte wirklich die (nicht besonders große) Mühe, das Wasser auf die richtige Temperatur zu bringen. Für eine funktionierende Haferdrink-Fermentation ist dieser Schritt entscheidend!

Gib nun das Wasser zu den Haferflocken in den Mixbehälter. Füge eine Prise Salz hinzu und mixe für 40 Sekunden auf höchster Stufe.

Schritt 2: Enzym N1 einwirken lassen (Teil 1 der Fermentation)

Füge 2 Tropfen der Enzymlösung N1 hinzu und mixe für 5 Sekunden auf mittlerer Stufe.

Lasse N1 bei geschlossenem Deckel 30 Minuten einwirken.

Zur Erinnerung: An diesem Punkt beginnt die Fermentation. Die Stärke im Hafer wird abgebaut.

Hand hält eine Pipette und tropft Enzymlösung in ein Schälchen.

Schritt 3: Enzym N2 einwirken lassen (Teil 2 der Fermentation)

Füge nun 4 Tropfen der Enzymlösung N2 und die Cashewkerne hinzu. Mixe für 10 Sekunden auf höchster Stufe.

Lasse N2 bei geschlossenem Deckel 1 Stunde einwirken.

Zur Erinnerung: Im zweiten Teil der Fermentation werden lange Stärkeketten zu kürzeren Zuckerketten umgewandelt und dadurch wird deine Hafermilch süß. Also let the magic happen! 🙂

Hinweis: Durch Dosierung und/oder Einwirkzeit kannst du die Süße des Haferdrinks beeinflussen. Mehr N2 oder eine längere Einwirkzeit machen die Hafermilch süßer. Weniger N2 oder kürzeres Einwirken machen sie entsprechend weniger süß.

Mixe den Haferdrink nach der Einwirkzeit nochmal für 10 Sekunden auf mittlerer Stufe.

Schritt 4: Hafermilch abfiltern

Gib den ausgespülten Filterbeutel in eine große Schüssel oder einen Messbecher mit mindestens 1 Liter Fassungsvermögen.

Gieße das Mixgut hinein, ziehe den Beutel zu und seihe die Hafermilch ab. Drücke den Beutel vorsichtig aus und pass auf, dass du dich nicht verbrennst.

Nimm die Filterrückstände (Hafer-Trester) aus dem Beutel und verwende sie für Porridge oder Haferkekse weiter.

Schritt 5: Haltbar machen

Gieße die Hafermilch in einen Topf gießen und koche sie kurz auf. Wenn du dir extra ein Küchenthermometer besorgt hast, kannst du auch hier gerne nachmessen und deinen Haferdrink auf 90-95 Grad Celsius erhitzen.

Durch das Erhitzen verlängert sich die Haltbarkeit von 2-3 Tagen auf 1-2 Wochen.

Schritt 6: Hafermilch abfüllen

Fülle den Haferdrink in eine saubere Glasflasche und verschließe sie.

Lasse die Hafermilch auskühlen und stelle die Flasche anschließend in den Kühlschrank.

Selbstgemachte Hafermilch wird von einem Krug in ein Glas gegossen.

Tipps und Tricks für die Herstellung von perfekter Hafermilch

Wie du sicher merkst, ist meine Anleitung schon sehr genau. Ich habe noch ein paar weitere Tipps für dich vorbereitet, damit du wirklich die beste Hafermilch selber machen kannst.

Tipp 1: Verhältnis von Haferflocken zu Wasser

Mit dem Verhältnis von Haferflocken zu Wasser kannst du Konsistenz und Intensität der Hafermilch beeinflussen.

  • mehr Haferflocken/weniger Wasser = Hafermilch wird sämiger und „dicker“
  • weniger Haferflocken/mehr Wasser = Haferdrink wird dünnflüssiger

Experimentiere mit dem Verhältnis, bist du für dich die beste Variante gefunden hast. Das ist Geschmacksache.

Auf diese Weise kannst du übrigens auch Hafersahne machen. Dafür musst du die Wassermenge deutlich reduzieren. Hinweis: Dieser pflanzliche Sahneersatz eignet sich gut zum Kochen, lässt sich aber nicht aufschlagen.

Tipp 2: Filtermethoden

Überspringe bitte auf keinen Fall das Abfiltern des Haferdrinks! Nur dadurch trennst du den Trester von der Hafermilch und verhinderst Ablagerungen am Flaschenboden.

Vorsichtiges Abgießen der Hafermilch, um den Trester um Mixbehälter zu lassen, funktioniert nicht.

Du solltest dich auf jeden Fall einer der folgenden 2 Filtermethoden bedienen:

Filterbeutel

Wie oben bereits erwähnt, filtere ich meinen Haferdrink mit einem Filterbeutel. Wichtig ist, dass du einen Filterbeutel aus Leinen verwendest. Ansonsten kann es sein, dass Plastikbestandteile in deinen Haferdrink gelangen.

Ich hatte bisher einen Nussmilchbeutel aus einem anderen Material, habe aber erfahren, dass Filterbeutel aus Hanf oder Nylon häufig Plastik enthalten und meist in China hergestellt werden. Wenn du deine Hafermilch dort durchfilterst, nimmt sie winzige Plastikpartikel aus dem Beutel auf.

Passiertuch/Seihtuch

Eine gute Alternative zum Filterbeutel ist das Passiertuch, auch Seihtuch oder Presstuch genannt. Damit lassen sich auch größere Mengen Haferdrink leicht und schnell abseihen. Du kannst es auch für Fruchtsäfte und Sirup verwenden.

Auch mein Passiertuch ist von NECTARBAR. Dort gibt es Passiertücher aus Leinen in 2 Varianten:

  • Seihtuch 65 x 65 cm*: hergestellt in Deutschland
  • Seihtuch 70 x 70 cm*: Dieses hochwertige Seihtuch wird von der Weberei Vieböck in Helfenberg (Oberösterreich) hergestellt – da, wo ich herkomme. 🙂 Damit kann man pro Durchgang 4 Liter filtern.

Tipp 3: Aufbewahrung von selbstgemachter Hafermilch

Damit du lange was von deiner selbstgemachten Hafermilch hast und sie nicht schlecht wird, solltest du auf die richtige Lagerung achten.

Die richtige Lagerung

Wie besprochen füllst du deinen Haferdrink nach der schonenden Erhitzung am besten in eine Glasflasche mit Bügelverschluss. Diese verschließt du umgehend und lässt die Hafermilch beim Zimmertemperatur auskühlen.

Die Hafermilch muss anschließend unbedingt im Kühlschrank gelagert werden! Ich betone das so, weil gekaufte Hafermilch vor dem Öffnen häufig ja nicht gekühlt werden muss.

Wie lange hält sich selbstgemachter Haferdrink?

Wenn du deinen Haferdrink wie im Rezept beschrieben nach der Herstellung auf 90-95 Grad Celsius erhitzt hast, hält er sich laut Angaben von NECTARBAR im Kühlschrank 1-2 Wochen oder sogar länger.

Ohne Erhitzen ist die Hafermilch nur 2 bis 3 Tage haltbar. Es lohnt sich also auf jeden Fall, diesen letzten Schritt im Sinne der Haltbarkeit noch zu machen.

Meine Erfahrungen: Bisher habe ich meinen selbstgemachten Haferdrink nur maximal eine Woche aufbewahrt, weil er dann einfach aufgebraucht war. Deshalb kann ich noch nichts dazu sagen, wie er nach 2 Wochen Lagerung schmeckt.

Hygiene beim Abfüllen

WICHTIG: Um Haltbarkeit und konstanten Geschmack zu gewährleisten, ist besonders auf die Hygiene beim Abfüllen zu achten! Das heißt, du willst Keime und Bakterien von deiner Hafermilch fern halten.

Beachte dafür folgende Punkte:

  • Die Glasflasche muss sehr sauber sein, am besten sogar steril.
  • Den Rand der Flasche nicht anfassen und den Deckel nur mit sauberen Fingern!
  • Die Flasche nach dem Einfüllen der heißen Hafermilch sofort sorgfältig verschließen, damit ein Vakuum entstehen kann.

Solltest du das Gefühl haben, dass dein Haferdrink schlecht wird oder sich der Geschmack verändert, findest du hier bei NECTARBAR* Tipps, wie sich das vermeiden lässt, und weitere ausführliche Infos zum Thema Haltbarkeit.

2 Fläschchen mit Enzymlösungen von Nectarbar.

Wofür kannst du Hafermilch verwenden?

Freu dich, denn deine selbstgemachte Hafermilch ohne zugesetzten Zucker ist in der Küche universell einsetzbar! Hier kommen einige Ideen und Rezepte mit Hafermilch für dich.

Frühstücksideen

Vor allem am Morgen kommt bei vielen Menschen Kuhmilch auf den Tisch. Die kannst du komplett durch Hafermilch ersetzen. Auch wenn in einem Rezept etwa Sojamilch oder Mandelmilch steht, kannst du stattdessen immer Hafermilch verwenden.

Hafermilch selber machen mit Enzymen.

Lässt sich Hafermilch aufschäumen?

Ja, richtig gemachte Hafermilch schäumt sogar besser als alle anderen Pflanzendrinks. Du kannst das einfach mit deinem gewohnten Milchaufschäumer machen.

Ich habe nur so einen kleinen elektrischen Milchaufschäumer, mit dem man die Milch direkt im Topf aufschäumt. Sogar damit schäumt sie perfekt. Dieses Rezept hat das Zeug zur Barista Hafermilch, würde ich sagen. 😉

Mein Hafermilch-Rezept enthält Cashewkerne. Die sorgen dafür, dass der Drink cremig wird und sich gut aufschäumen lässt.

Wenn dir der Haferdrink dennoch nicht genug schäumt, kannst du bei der nächsten Herstellung mehr Cashewkerne oder neutrales Pflanzenöl hinzufügen.

Backen mit Hafermilch

Auch beim Backen kannst du in den allermeisten Fällen die Kuhmilch oder einen anderen Pflanzendrink durch Hafermilch ersetzen. Mit ihrem leicht süßen Geschmack eignet sie sich sogar sehr gut zum Backen.

Für diese Rezepte zum Beispiel kannst du problemlos auch Hafermilch verwenden:

Pinterest-Grafik mit der Aufschrift "Beste Hafermilch wie aus dem Supermarkt".

Hafermilch zum Kochen

Wenn in Kochrezepten Kuhmilch zum Einsatz kommt, kannst du genauso gut Hafermilch zum Kochen verwenden. Man kann damit zum Beispiel sehr gut Saucen machen, aber auch für alles andere ist sie gut geeignet.

Weitere Ideen für dich

  • Grießbrei mit Hafermilch
  • Milchreis mit Hafermilch
  • Pudding mit Hafermilch: Vor allem Vanillepudding mit Hafermilch schmeckt köstlich.
  • Eiskaffee mit Hafermilch
  • Matcha mit Hafermilch

Ist Hafermilch glutenfrei?

Hafer ist von Natur aus ein glutenfreies Getreide. Da er aber oft in der Nähe von Weizen oder Dinkel angebaut und mit denselben Maschinen verarbeitet wird, ist er häufig mit Gluten kontaminiert.

Das heißt, nicht jede gekaufte Hafermilch ist glutenfrei. Dasselbe gilt für Haferflocken. Glutenfreie Hafermilch muss aus glutenfreien Haferflocken hergestellt werden. Wenn du kein Gluten verträgst, kaufe einfach glutenfreie Haferflocken und stelle daraus deine eigene Hafermilch her.

Dann ist Hafermilch glutenfrei und du kannst sie beruhigt konsumieren.

Beste Hafermilch selber machen.

Beste Hafermilch selber machen (wie aus dem Supermarkt)

Von: Sarah Helmanseder
Hafermilch selber machen: Mit diesem Rezept kannst du Hafermilch ohne Zucker ganz einfach zu Hause selber machen. Der vegane Haferdrink ist eine gesunde Alternative zu Kuhmilch, lässt sich aufschäumen und schmeckt wie aus dem Supermarkt.
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Arbeitszeit 10 Minuten
Fermentation 1 Stunde 30 Minuten
Gesamtzeit 1 Stunde 40 Minuten
Gericht Grundrezept
Küche Europa
Portionen 1 Liter Hafermilch
Calories 43 kcal

Kochutensilien

Zutaten
  

Anleitungen
 

Disclaimer

  • WICHTIG: Die Herstellung von Hafermilch ist an sich einfach. Sie erfordert aber etwas Übung, große Genauigkeit und es gibt einige Punkte zu beachten, um einen konstanten Geschmack und adäquate Haltbarkeit zu gewährleisten. Lese daher bitte unbedingt den Blogbeitrag oben durch, bevor du zum ersten Mal Haferdrink selber machst!
  • Also, hast du alle Infos, Tipps und Anleitungen oben gelesen? Nein? – Dann nochmal zurück und mach das. 🙂 Hast du? – Gut, weiter geht's.

Vorbereitung: Haferflocken mit Wasser mixen

  • Haferflocken in den Mixbehälter des Hochleistungsmixers geben.
  • Wasser in einem Topf auf 70 Grad Celsius erhitzen. Prüfe die Temperatur mit einem Küchenthermometer!
    Wenn du kein Thermometer hast, mische 700 ml kochendes Wasser mit 300 ml zimmerwarmem Wasser. Die Messung der Temperatur ist aber genauer und daher zu bevorzugen.
  • Wasser zu den Haferflocken geben, Salz hinzufügen und auf höchster Stufe 40 Sekunden mixen.

Teil 1 der Fermentation: Enzymlösung N1 einwirken lassen

  • 2 Tropfen der Enzymlösung N1 hinzufügen und auf mittlerer Stufe 5 Sekunden mixen.
  • N1 bei geschlossenem Deckel 30 Minuten einwirken lassen.

Teil 2 der Fermentation: Enzymlösung N2 einwirken lassen

  • 4 Tropfen der Enzymlösung N2 und die Cashewkerne hinzufügen und auf höchster Stufe 10 Sekunden mixen.
  • N2 bei geschlossenem Deckel 1 Stunde einwirken lassen.
  • Nach der Einwirkzeit nochmal 10 Sekunden auf mittlerer Stufe mixen.

Haferdrink abfiltern

  • Den ausgespülten Filterbeutel in eine große Schüssel oder einen Messbecher mit mindestens 1 Liter Fassungsvermögen geben. Das Mixgut hineingießen, den Filterbeutel zuziehen und die Hafermilch abseihen. Den Beutel vorsichtig ausdrücken.
  • Die Filterrückstände (Hafer-Trester) aus dem Beutel nehmen und beispielsweise für Porridge oder Haferkekse weiterverwenden.

Haltbar machen

  • Die Hafermilch in einen Topf gießen und kurz aufkochen. Durch das Erhitzen erhöht sich ihre Haltbarkeit von 2-3 Tagen auf 1-2 Wochen.

Hafermilch abfüllen

  • Die heiße Hafermilch in eine saubere Glasflasche füllen und verschließen.
  • Auskühlen lassen und dann in den Kühlschrank stellen.

Notizen

  • Haferflocken: Zarte (feinblättrige) Haferflocken eignen sich am besten. Grobe Haferflocken empfehle ich dir für dieses Rezept nicht. Für glutenfreien Haferdrink verwendest du einfach glutenfreie Haferflocken. 
  • Cashewkerne: Die Cashewkerne machen die Hafermilch cremig und sorgen dafür, dass sie sich aufschäumen lässt. Solltest du keine haben, kannst du sie weglassen.
  • Enzyme: Die Enzymlösung N1* von NECTARBAR bewirkt den Abbau der Stärke im Hafer. Dadurch wird die Hafermilch nicht schleimig und hat einen natürlichen Geschmack. Durch die Enzymlösung N2* kommt es zur Fermentation der Stärke und dadurch entsteht natürliche Süße. Wegen dieses Enzyms ist auch gekaufte Hafermilch süß. Durch höhere Dosierung oder längere Einwirkzeit von N2 lässt sich die Süße verstärken. Ich verwende die Enzyme von NECTARBAR*. Dort findest du auch hochwertige Filterbeutel* aus Leinen, speziell für Hafermilch.
  • WICHTIG: Bereite die Hafermilch nach meinem Rezept nicht ohne Enzyme und Filterbeutel zu! Die Milch wird sonst einfach nicht gut. 
  • Nährwerte: Die angegebenen Nährwerte beziehen sich auf 100 ml Hafermilch.
  • Lese unbedingt den Blogbeitrag oben, bevor du die Hafermilch zubereitest. Du findest dort hilfreiche Informationen und Tipps zum Rezept.
  • Solltest du das Gefühl haben, dass dein Haferdrink schlecht wird oder sich der Geschmack verändert, findest du hier bei NECTARBAR* Tipps, wie sich das vermeiden lässt, und weitere ausführliche Infos zum Thema Haltbarkeit.

Nährwerte

Calories: 43kcalCarbohydrates: 6gProtein: 2gFat: 1gMonounsaturated Fat: 1gPotassium: 45mgFiber: 1gCalcium: 2mg
Schlagwörter Haferflocken, Vegan, Zuckerfrei
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Bert

Tuesday 18th of November 2025

Vielen Dank für diesen ausführlichen Text! Zum Glück ist Hafermilch (zumindest was die Eigenmarken angeht) im Supermarkt bereits günstiger als Kuhmilch. Bei derzeit 90 Cent pro Liter lohnt sich für mich der Aufwand des Selbstproduzierens nicht. Trotzdem spannend, hier so viel über die Hintergründe zu erfahren!

Sarah Helmanseder

Tuesday 18th of November 2025

Hallo Bert, es kommt natürlich darauf an, welche Hafermilch man kauft. Die Preisunterschiede sind doch relativ groß. Aber auch ich bin sehr froh darüber, dass gekaufte Hafermilch mittlerweile deutlich günstiger geworden ist. Wenn man – so wie ich – Freude am Selbermachen hat und das nicht nur als Aufwand empfindet, greift man trotzdem gerne ab und an noch zu den Enzymen. 😉

Leonie

Tuesday 30th of September 2025

Hallo Sarah, toll, danke für das ausführliche Rezept! Hast Du was von der Mylky-Maschine gehört, die angeblich einfach Pflanzenmilch machen kann? Ginge das mit dem Fermentieren auch damit? Bräuchte da mal eine Einschätzung, weil mir das mit dem Filtern und Abseihen so lange dauert. Vielen Dank und herzliche Grüße

Sarah Helmanseder

Wednesday 1st of October 2025

Hi Leonie, von dieser Maschine habe ich gehört, aber ich besitze sie nicht und kenne mich mit diesem Verfahren nicht aus. Von daher kann und möchte ich dazu keine Einschätzung abgeben. Ich selbst habe Hafermilch bisher immer nur so gemacht wie im Rezept beschrieben. Das Filtern ist tatsächlich in 2-3 Minuten erledigt, wenn man erstmal etwas Routine hat. 😊

Liebe Grüße Sarah

Wednesday 23rd of April 2025

Tuesday 27th of August 2024

Klaus-Jürgen Chmiel

Wednesday 10th of July 2024

Hallo, Frage ich habe immer Probleme damit das meine Hafermilch schnell umkippt und sauer wird. Ich denke es liegt an den Glasflaschen die bei Wiederverwendung nicht steril genug sind. Aber heisses Wasser mit Spuelmittel und Deckel drauf und schuetteln kann gefaehrlich sein Es baut sich da im geschlossenem Glas ein Druck auf. Vielleicht sie ins Heisswasserbad ins Spuelbecken legen, mit Spuelmittel? Wie gehst du da vor? Nach der Zugabe von Enzymen nochmals auf 90 Grad erhitzen, habe ich online irgendwo gelesen? Ich denke Enzyme arbeiten bei 60-70 Grad am besten? Vielen Dank fuer Deine Antwort.

Sarah Helmanseder

Wednesday 10th of July 2024

Hallo Klaus-Jürgen,

du hast Recht, Enzyme arbeiten bei 60-70°C am besten. Wenn sie ihre Arbeit aber erledigt haben, kannst du die Hafermilch ruhig noch etwas mehr erhitzen. Ich gebe sie in einen Topf und erhitze sie auf ca. 90°C, bevor ich sie abfülle. Das klappt bei mir hinsichtlich Haltbarkeit gut. Lediglich die Aufschäumbarkeit reduziert sich dadurch, weil die Proteinstrukturen durch die Hitze zum Teil zerstört werden.

Wenn man Marmelade o.Ä. einkocht, kann man die Gläser im Backofen sterilisieren. Ich vermute, dass das auch mit Flaschen funktionieren würde. In diesem Artikel gibt es zum Beispiel eine Anleitung dafür.

Liebe Grüße Sarah